Erich Opitz.
Blutungen bei den eingreifenden Dammoperationen erlebt. Seit wir eine möglichst einfache und typische Levatorplastik ausführen, hat das aufgehört, wie unsere eben angeführte Operationsstatistik beweist. Bezüglich unserer Auffassung der Aetiologie der Prolapse verweise ich auf die oben angeführte Arbeit von mir und Jaschke. Hier möchte ich bloß kurz erwähnen, daß zu jeder Prolapsoperation bei uns eine zu einem sehr einfachen Eingriff ausgestaltete Levator- plastik gehört, die häufig nur 5— 10 Minuten zur Ausführung er- fordert und trotzdem, wie unsere Dauererfolge beweisen, soweit von solchen bis jetzt gesprochen werden kann, ausgezeichnete funktionelle Resultate ergibt.
Wir beseitigen ferner regelmäßig eine vorhandene Retroflexio uteri, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch Ventrifixur nach D oléris-Schauta oder Langes. Nur in den Fällen, wo eine sehr große Cystocele vorhanden ist, wird diese durch Inter- position des UÜterus zwischen Blase und Scheide nach Schauta oder in neuerer Zeit vielfach nach Stöckel mit Aufklappen des Uterus und Exzision der Schleimhaut beseitigt. Schwierigkeiten für diese Operation entstehen bloß in den Fällen, wo die Levatoren ent- weder ganz atrophisch oder so vollständig zerrissen sind, daß sie für eine Plastik nicht mehr verwendbar erscheinen. In einem der- artigen Falle habe ich die von Halban und Tandler angeführte Glutaeusplastik ausgeführt.
Die Operation hat aber den großen Nachteil, daß dabei das Rectum von seinen Hautverbindungen vollständig abgelöst wird und starke Nei- gung zeigt, sich in die Tiefe zurückzuziehen, wodurch in diesem Falle ein Durchschneiden der Naht und eine nachträgliche, freilich nur oberfläch- liche Infektion der Wunde zustande kam. Immerhin führte dies zu einer recht langwierigen Eiterung in dem Fett des Gesäßes, indessen heilten doch zunächst die gestielten Muskellappen aus den Glutäen gut ein. Diese wurden jedoch später atrophisch, so daß trotz des großen Eingriffs ein sehr günstiges dauerndes Ergebnis für die Frauen nicht zu er- hoffen ist.
In 2 weiteren Fällen habe ich durch Transplantation von Stücken aus der Fascia lata, in dem einen Falle in Form von zwei schmalen Streifen, im anderen Falle in Form eines großen, ca. 10 cm breiten Lappens, eine Verstärkung der atrophischen Musculi pubo- rectales herbeizuführen versucht.


