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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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Erich Opitz.

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Journal-Nr. 676/1912. Anämische Frau mit schwer verwachsenen entzündlichen Adnextumoren. Abdominale Radikaloperation von 1 Stunde 37 Minuten Dauer, wobei es aus der tiefen Uterinvene, die in schwartigem Gewebe unterbunden werden muß, zu einer stärkeren Blutung kommt. Nach der Operation fast 2 Tage dauernde Anurie bei frei durchgängigen Ureteren, dann Einsetzen mittlerer Harnsekretion; am 5. Tag post op. Exitus unter dem Bild der Wrämie. Obduktion ergibt schwerste doppel- seitige Nephritis, schlaffes Herz, trotz2dem der Harn ante op. bei der gewöhnlichen Kochprobe eiweißfrei befunden war.

Journal-Nr. 692/1912. Hämatometra im rudimentären Nebenhorn eines Uterus unicornis, intraligamentärer Tumor des Wolffschen(?) Ganges. Zahlreiche derbe Verwachsungen. Sehr schwierige Radikaloperation von 2 ½ Stunden Dauer. Exitus infolge des Operationsshocks 2 Stunden nach beendigter Operation. Keine Obduktion.

Journal-Nr. 133/1913. Pseudointraligamentäres Ovarialkystom. Nach glatter Operation paralytischer Ileus, Exitus am 4. Tage nach der Opera-

tion trotz Relaparotomie.

lch möchte dann noch kurz einige Gruppen von Operationen besprechen, die besonderer Beachtung wert zu sein scheinen, zu- nächst die Myome und Metropathien.

In der Berichtszeit sind in der Klinik operiert worden: 82 Myome durch abdominale Totalexstirpation, 9 durch supravaginale Amputation. Ferner wurden vorgenommen 10 vaginale Totalexstirpa- tionen wegen Metropathia haemorrhagica, 4 wegen Myom und schließ- lich 11 abdominale Totalexstirpationen wegen starker Uterusblu- tungen. Es sind also 102 abdominale Radikaloperationen und 14 vaginale Totaloperationen wegen Myom oder starker Uterusblutungen ohne anatomische Grundlage vorgenommen worden. Unter diesen hat sich ein einziger Todesfall ereignet, und zwar betrifft dieser die Patientin Rodewald, Journal-Nr. 7311, 1912.

Diese war eine sehr stark ausgeblutete Patientin mit geradezu farb- losen Schleimhäuten, bei der ohne besondere Komplikation ein mittel- großes Myom durch Totalexstirpation entfernt worden war. Bis zum 11. Tage war der Verlauf vollkommen glatt. Die Patientin hatte bereits das Bett verlassen. Erst am 11. Tage trat eine Schmerzhaftigkeit in der rechten Wade auf und Schwellung des Unterschenkels, aus der wir eine Thrombose diagnostizierten und sofort Bettruhe und Lagerung des Beines auf eine Schiene verordneten. 36 Stunden später erfolgte beim Frühstück während lebhaften Plauderns der Patientin ganz unerwartet eine tödliche

Lungenembolie. Ich persönlich bin der Ueberzeugung, daß dieser Todes-