Erich Opitz.
Was nun die Erfolge unserer Operationen betrifft, so möchte ich zunächst die Todesfälle, die sich ereignet haben, besprechen.
Im ganzen sind auf der gynäkologischen Abteilung 54 Frauen ad exitum gekommen, von diesen entfallen 15 auf nicht operierte Frauen, und zwar auf solche, die wegen Sepsis puerperalis oder anderer schwerer Erkrankungen eingeliefert worden sind.
Auf die 987 Operierten entfallen im ganzen 39 Todeställe, davon sind 10 nicht als Folgen der Operation anzusprechen, und zwar handelt es sich um folgende Fälle:
Journal-Nr. 381/1913. Außerhalb der Klinik manuelle Placentar- lösung, Zurückbleiben von Placentaresten, Fieber. Vaginale Totalexstirpa- tion wegen starker Blutung mit septischen Erscheinungen. Exitus 2 Stunden p. op. an Anämie.
Journal-Nr. 483/1913. Ovarialkarzinom mit ausgebreiteten peri- tonealen Metastasen, nur einfaches Ablassen des Ascites. Tod an Maras- mus 3 Wochen später.
Journal-Nr. 234/1913. Appendicitischer Abszeß in der Schwanger- schaft, in der chirurgischen Klinik operiert, 3 Tage später wegen Be- ginn der Wehentätigkeit verlegt. Bei abgestorbenem Kinde Sectio cae- sarea und Totalexstirpation. Exitus nach 3 Tagen an Sepsis. Operations- wunde frei. Retrocökaler Abszeß, von dem nach Urteil des Pathologen die Sepsis ausgegangen war.
Journal-Nr. 454/1913. Inoperables Sarkom mit Darmyverschluß. Nach 6 Wochen Exitus an Kachexie. Operationsgebiet vollständig frei.
Journal-Nr. 302/1913. Ausgedehnte Tuberkulose des Peritoneums. Lediglich Ablassen des Ascites. Exitus nach 10 Tagen an Kachexie.
Journal-Nr. 281/1913. Aufnahme wegen ausgedehnter eitriger Peritonitis. Inzision und Drainage. Exitus.
Journal-Nr. 698/1913. Appendicitis im Puerperium. Am 4. Tage nach Beginn des Anfalles mit Peritonitis eingeliefert. Abtragen des Wurmes. Exitus.
Journal-Nr. 755/1912. Verjauchtes Hämatom bei Extrauterin- gravidität, Peritonitis. Enterostomie. Exitus an der LPeritonitis.
Journal-Nr. 576/1912. Einlieferung wegen eitriger Peritonitis. Laparotomie, Drainage. Exitus.
Journal-Nr. 513/1912. Mit ganz den gleichen Verhältnissen.
In allen diesen Fällen kann wohl keine Rede von einem ur- sächlichen Zusammenhang zwischen Operationen und Todesfall sein. Es bleiben also übrig 29 Todesfälle auf 977 Operationen.


