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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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48 Erich Opitz.

durch Bronchitis oder Pneumonie, wenn Skopolamin vor der Inhalation des Aethers gegeben wurde, so gut wie gar nicht vor- kommen.

Was nun die Operationstechnik anbetrifft, so befleißigen wir uns, die oben angeführten Grundsätze durchzuführen. Außerdem aber legen wir Wert darauf, die Eingriffe nach Möglichkeit abzu- kürzen. Aber nicht etwa in der Weise, daß die wichtigsten Schnitte und Unterbindungen hastig angelegt werden, im Gegenteil. Wohl aber läßt sich durch sorgfältige Ueberlegung der einzelnen Hand- griffe und durch Einübung des Operateurs und der Assistenten aufeinander sehr viel Zeit sparen. So ist es uns gelungen, die Operationszeiten stark herabzudrücken. Zum Beispiel genügt für eine supravaginale Amputation, wenn keine Komplikationen vorhanden sind, bequem die Zeit von 15 20 Minuten. Für Totalexstirpation des myomatösen Uterus brauchen wir in einfachen Fällen nicht mehr als 15 25 Minuten, für den Kaiserschnitt 25 35 Minuten, eine Levatorplastik dauert 715 Minuten und so fort. Ich glaube, daß bis zu einem gewissen Grade auch davon der Erfolg abhängt. Wenigstens sehen wir, wie an der Hand der Todesfälle noch näher zu erörtern sein wird, daß Todesfälle sich ausschließlich, aseptische Verhältnisse vorausgesetzt, bei solchen Operationen ereignet haben, die einen erheblichen Zeitaufwand benötigten oder wo es sich um dekrepide Individuen handelte oder wo schließlich Infektionsquellen in den Frauen selbst gelegen waren.

Hier mögen noch einige kurze Bemerkungen über Tampo- nade und Drainage bei gynäkologischen Operationen Platz finden.

Unter Voraussetzung sorgfältigster Blutstillung kommen wir selten in die Lage, tamponieren zu müssen; nur wo aus gelösten

Adhäsionen oder etwa aus tiefen Venengeflechten wie bei der Karzinomoperation eine exakte Blutstillung nicht möglich ist, wird von der einfachen Gazetamponade Gebrauch gemacht, die stets zur Scheide hinausgeleitet wird.

Die Drainage beschränkt sich auf Abszesse irgendwelchen Sitzes. Dagegen verwerfen wir die intraabdominelle Drainage nach irgendwelchen unsauberen Operationen(mit Ausnahme der diffusen Peritonitis) völlig. Wir huldigen hier denselben Grundsätzen, wie sie in der Bummschen und Krönigschen Klinik üblich sind, und legen in allen unsauberen Fällen nur Wert darauf, das Operations- gebiet gegen die übrige Bauchhöhle abzukammern, zu welchem Zweck