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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt. 45

einem dichten Einsatz vor Nase und Mund, so daß nur die Augen frei bleiben. Wir ziehen sterile Mäntel an, mit langen Aermeln, die bis zu den Handgelenken reichen und dort besonders befestigt werden. Die Hände werden mit Gummihandschuhen, die trocken angezogen werden, bedeckt. Die Handschuhe reichen über den untersten Teil der sterilen Mantelärmel hinauf. Die Kranken werden vor der Operation durch Baden und Rasieren vorbereitet. Der Leib wird, wenn Laparotomie vorgenommen werden soll, mit einem sterilen Tuch bedeckt. Vor der Operation wird das Tuch entfernt, die Haut mit einem Jodanstrich versehen und dann die Frauen bis auf das Operationsgebiet mit sterilen Tüchern abgedeckt. Bei vaginalen Operationen wird eine Scheidenspülung mit Lysoform- wasser und 60% Alkohol vorausgeschickt und dann die Vulva ebenfalls mit Jod angestrichen. Die Instrumente werden in kochendem Sodawasser sterilisiert, die Bauchtücher usw. in strömendem Dampf. Als Nahtmaterial benutzen wir ausschließlich Katgut mit Ausnahme von Nähten am Darm und zur Befestigung der Ligg. rot. bei Ventri- fixuren. In die Bauchhöhle eingelegte Kompressen werden mit warmer Kochsalzlösung getränkt. Die Hände werden mit sterilem Wasser abgespült. Bei Laparotomien werden die Frauen sofort nach Eröffnung des Abdomens in starke Beckenhochlagerung ge- bracht und die Därme mit feuchten Stopftüchern, von denen jedes von einem Band versehen ist, an das eine Klemme befestigt wird, nach oben zurückgehalten und während des ganzen Verlaufs der Operation mit möglichster Sorgfalt darauf geachtet, daß die Luft von den nicht gerade für die Operation in Betracht kommenden Organen durch feuchte Kompressen vollständig abgeschlossen wird. Auf eine Heizung des Operationstisches verzichte ich grundsätzlich, da wir doch trotz größter Vorsicht in Düsseldorf mehrfach Ver- brennungen dabei erlebt haben. Nach vielfachen Untersuchungen und vor allen Dingen auf Grund unserer Erfahrungen halte ich unsere Asepsis für einwandfrei; indessen ist dies für das Gelingen einer Operation nur eine, freilich wichtige, Voraussetzung, aber längst nicht die einzige Vorbedingung. Ich habe schon in Dresden ausgeführt und bin je länger je mehr zu der Ansicht gelangt, daß eine weitere Verfeinerung der Asepsis, die ja vielleicht noch mög- lich sein könnte, nicht den geringsten Einfluß auf den Verlauf unserer Operationen hat. Die Asepsis der Operation sollte jetzt zu einer selbstverständlichen Sache geworden sein, auf die einzu-