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Wir huldigen im allgemeinen sehr konservativen Grundsätzen, d. h. Operationen werden nur da ausgeführt, wo sich Gleiches durch konservative Maßnahmen nicht er-— reichen läßt. Bezüglich der Adnexerkrankungen gilt als Grund- satz, daß zunächst eine konservative Behandlung sich als erfolglos erwiesen haben muß, ehe wir an operative Eingriffe herangehen.
Seit Aufnahme des Röntgenverfahrens ist für Myome und Uterusblutungen die Röntgenbehandlung das vorherrschende Ver- fahren gewesen, ohne daß es doch die operativen Eingriffe gänzlich verdrängen konnte. Vielfach hat der Zwang für die Frauen, schnell wiederhergestellt zu sein, und die Weigerung der Krankenkassen, die Kosten des Röntgenverfahrens zu tragen, uns zu Operationen gezwungen, die wir sonst unterlassen hätten. Ich möchte aber nicht verfehlen, hervorzuheben, dass die operative Behandlung der Myome und der Metropathien doch bei uns so günstige Erfolge er- geben hat, daß ich nicht die Frauen zu einer Strahlenbehandlung zu überreden versuche, sondern ihnen nach möglichst objektiver Darstellung der Sachlage die Wahl des einzuschlagenden Verfahrens überlasse. Viele entschließen sich danach selbst zur Operation.
Seit wir im Besitze von Radium sind und seit wir in der intensiven Röntgenbestrahlung ein vorzügliches Mittel besitzen, Karzinome zum Verschwinden zu bringen, wird diese Erkrankung mit alleiniger Ausnahme der Ovarialkarzinome nicht mehr operativ behandelt. In dieser Beziehung nähere ich mich den bekannten Anschauungen von Krönig, worin ich noch bestärkt werde durch die schlechten Erfahrungen, die wir mit Radikaloperationen bei Uteruskarzinom gemacht haben, von denen noch weiter unten die Rede sein wird.
Was die Operationen selbst betrifft, so ist der Standpunkt der Klinik derjenige geblieben, den ich schon mehrfach— zuerst auf der Dresdener Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und später noch in einzelnen Arbeiten— vertreten habe. Wir suchen etwas zum Besten unserer Kranken zu treiben, was ich die Hygiene der Operation nennen möchte. Dazu gehört einmal eine sorgfältige Asepsis. Unser Verfahren ist mög- lichst einfach. Was die subjektive Asepsis betrifft, so benutzen wir' auch bei Genitaloperationen die gleiche Methode der Desinfektion, wie sie bei der geburtshilflichen Abteilung erwähnt wurde. Wir hüllen ferner zur Operation den Kopf in einen Gazeschleier mit


