20 Erich Opitz. Krankheitserscheinungen daran gehindert werden, einen Teil der Wäsche und die grobe Hausarbeit verrichten. Ihr Gesundheitszu- stand wird dauernd überwacht. Alle 8 Tage wird der Urin auf etwa vorhandenes Eiweiß untersucht.
Die Vorbereitung für die Entbindung besteht in der Verab- reichung eines Klysmas und einer Abwaschung im Stehen. Das Baden der Kreißenden haben wir auf Grund der Unter- suchungen der letzten Zeit, die das Eindringen von Badewasser in die Scheide zweifelsfrei erwiesen haben, aufgegeben. Da die Wochen- bettmorbidität trotz aller Asepsis immer noch, wie es auch überall bei sorgfältiger Messung der Fall ist, einiges zu wünschen übrig läßt, haben wir versuchsweise nach den ersten 1000 Geburten, bei denen keine Spülungen vorgenommen sind, bei den nächsten 1000 Ge- burten Scheidenspülungen eingeführt und zwar werden diese vor jeder Entbindung, sowie die Kreißende gelagert ist, mit 1 prozentigem Lysolwasser aus sterilisiertem Irrigator ausgeführt. Da unser ge- burtshilfliches Material sehr ausgiebig zu Unterrichtszwecken benutzt werden muß, so sind natürlich innere Untersuchungen nicht zu ver- meiden. Sie werden von den Hebammenschülerinnen mit bloßer Hand nach kräftiger Desinfektion ausgeführt. Für die Studenten und Assistenten sind Gummihandschuhe vorgeschrieben. Bei Ent- bindungen, die nicht zu Unterrichtszwecken dienen, wird nach Mög- lichkeit von ihneren Untersuchungen abgesehen und eine etwa nötig werdende Austastung vom Mastdarm aus vorgenommen.
Die Desinfektionsmethode, die für geburtshilfliche und gynäkologische Station gleichermaßen gilt, ist die Heißwasseralkohol- desinfektion nach Ahlfeld. Nur setzen wir dem Alkohol noch 3% Azeton nach dem Vorschlag von v. Herff zu. Die Hebammen- schülerinnen, die nach der hessischen Dienstanweisung für Hebammen sich mit Sublimat desinfizieren müssen, führen nach der Heißwasser- desinfektion noch eine Waschung mit Sublimat aus, lediglich um sich an die später für sie gültigen Vorschriften zu gewöhnen. Die Geburtsleitung ist nach Möglichkeit konservativ. Auf einige Ein- zelheiten habe ich später noch einzugehen.
Für das Wochenbett gelten weiter die Vorschriften, wie ich sie schon mehrfach in Veröffentlichungen vertreten habe. Was zu- nächst die eigentliche Wocheupflege betrifft, So wird diese auch nach streng aseptischen Vorschriften durchgeführt. Jede Wöchnerin er- hält sterile Vorlagen, die von den Schwestern bzw. von den Schüle-


