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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt. 21

rinnen nur mit einer besonderen Pinzette entfernt und auch nur mit einer anderen Pinzette aus dem Kessel entnommen und direkt vor- gelegt werden dürfen. Die äußeren Genitalien werden nicht abge- waschen, sondern während des Wochenbettes nur abgespült. Ein gleiches gilt für die Reinigung nach der Stuhlentleerung. Jede Wöchnerin erhält unmittelbar nach Verlegung auf das Wochenzimmer, d. h. 2 Stunden nach der Geburt, eine fest an der Vorderseite zu schnallende Leibbinde, die durch einen Steg festgehalten wird. Dieser Steg ist hinten an der Wochenbinde befestigt und wird zwischen den Beinen der Wöchnerin durchgeführt und an der Leibbinde mit Nadeln befestigt, so daß er zugleich die Vorlage fixiert. Sämtliche Wöch- nerinnen verlassen, wenn keine Gegenanzeigen bestehen, am Tage nach der Entbindung das Bett zum ersten Male. Sie erhalten die Erlaubnis, im Zimmer auf und ab zu gehen und sich auf einen Stuhl zu setzen, dürfen aber in den ersten Tagen nur kurze Zeit das Bett verlassen. Allmählich wird diese Zeit verlängert. Besondere Sorgfalt wird der Händepflege der Wöchnerinnen im Interesse der Kinder gewidmet. Vor jedem Anlegen müssen sich die Wöchnerinnen die Nägel reinigen und die Hände gründlich mit Wasser, Seife und Bürste waschen. Ferner werden die Brüste und die Umgebung der Brustwarzen von den Schwestern gereinigt. Dann erst wird das Kind zum Anlegen gereicht. Nach dem Anlegen werden sofort die Brustwarzen gewaschen, wo die Brustwarzen Neigung zum Wund- werden zeigen, mit Alkohol, und dann wird ein steriles Läppchen mit einer einfachen Bor-Lanolinsalbe auf die Warzen aufgelegt. Das Anlegen der Kinder findet, abgesehen von den Fällen, wo es sich um schwächliche Kinder mit geringer Saugfähigkeit handelt, in 4stündigen Pausen täglich 5mal und zwar um 6, 10, 2, 6 und 10 Uhr statt. Nachts werden die Kinder nicht angelegt. Nur zum Anlegen werden die Kinder ihren Müttern in die Zimmer gebracht, im übrigen befinden sie sich in dem Saal für die Kinder, der zeit- weise über 40 Neugeborenen zum Aufenthalt dient. Das Stillen der Kinder wird in regelmäßiger Weise durch die Jaschkesche Saug- pumpe unterstützt und zwar in der Weise, daß in allen Fällen, in denen die Milchmenge zu wünschen übrig läßt, die Brüste mittels der Pumpe völlig entleert werden. Wie in den erwähnten Arbeiten von Jaschke beschrieben, lassen sich auf diese Weise schneller reichlichere Milchmengen erzielen, als wenn das Saugen den Kindern allein überlassen wird. Die Temperaturmessung der Wöchnerinnen