Druckschrift 
Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14 Erich Opitz.

vollen und hilfsbereiten Entgegenkommen des Ministeriums und dem vertrauensvollen Verhältnis dieser hohen Behörde zur Landes- universität zu verdanken. Auch an dieser Stelle dem hohen Mini- sterium ehrerbietigst dafür zu danken, daß es allezeit bereit war, innerhalb der gegebenen Grenzen alle nötigen Forderungen zu be- willigen, ist mir ein Bedürfnis und eine Freude.

Die Aufgabe des Leiters einer Klinik muß sich heute im wesentlichen darauf beschränken, die Aufsicht über die Behandlung der Kranken zu führen und die wissenschaftliche Arbeit der ihm unterstehenden ärztlichen und anderen Hilfskräfte auf ein bestimmtes Ziel und auf die Erledigung gemeinsamer Aufgaben zu richten. Ich empfinde es manchmal bitter, daß eine eingehende Beschäftigung mit den einzelnen Kranken unmöxglich geworden ist und daß man sich darauf beschränken muß, nur bestimmte Fälle, die besonderes wissenschaftliches Interesse bieten, selbst genauer zu verfolgen. Eine derartige Leitung läßt sich aber nur durchführen, wenn die Hilfs- kräfte auch willig sind, sich dem gegebenen Rahmen einzufügen und die erteilten Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen.

Ich bin in der erfreulichen Lage feststellen zu können, daß das ürztliche Personal der Klinik diesen Forderungen in vollstem Maße gerecht wird. Auch an dieser Stelle möchte ich den Herren meinen Dank für ihre tatkräftige, oft aufopfernde Hilfstätigkeit öffentlich aussprechen. Es wäre aber unrecht, wollte ich nicht auch mit herzlichem Dank der Schwesternschaft gedenken, die dem Alice- Frauenverein angehört. Die Schwestern stehen unter der Leitung einer bewährten Oberschwester. Ich kann nur sagen, daß sie sich in unermüdlicher Arbeit für das Wohl der Kranken, in Arbeitswillig- keit und Pflichttreue schlechterdings nicht übertreffen lassen.

Ich wende mich nun zu einem Rechenschaftsbericht über die Arbeit, die in der Klinik während meiner Leitung geleistet worden ist. Ich muß mich dabei im allgemeinen auf die Zeit vom 1. April 1912 bis 30. Juni 1914, also im ganzen 26 Monate beschränken, weil es nicht möglich war, auch die nachfolgende Zeit in den statisti- schen Angaben zu berücksichtigen.

Was die wissenschaftliche Arbeit der Klinik betrifft, so lege ich als Zeugnis dafür am Schluß dieser Abhandlung ein Verzeichnis der in der genannten Zeit aus der Klinik hervorgegangenen Arbeiten vor, das ergänzt wird durch die in dieser Festschrift weiter erscheinen-

den Beiträge.