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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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rierraum geschaffen werden könne. Das Ministerium drohte am 2. April 1823 Gerbig mit Entziehung seiner nur provisorischen Stelle, wenn er seinen übernommenen Verbindlichkeiten nicht gewissenhafter nachkäme, und Ferlaunlt von ihm umgehend Erkl ärung. Die von Prof. Ritgen ge- machten Vorschläge(Desideria) betr. des nerher wum cen Lehrfaches griff das Ministerium zugleich auf und forderte am 2. April 18 823 eingehenden Bericht von der Universität. Im Präliminarvotum berichtete eingehend Prof. Balser unter Bezug auf die Vorschläge der Fakultät von 1820 betr. Er- fordernisse und Räumlichkeiten(Kaserne) für Errichtung eines Tierarzneiinstitutes und äußerte Bedenken gegen den V orschlag Ritgens bzagl. der etwaigen Unterbringung der kranken Tiere Sowie der Tieranatomie in dem sogenannten langen Stalle wegen der Nähe anderer privater Stallungen und auch des Gebärhauses. Er äußerte sich auch abfällig über Ger- big, der auf seinen Vorschlag, mehrere Vorlesungen Zu halten, die für Mediziner Kameralisten und zum Teil Juristen von Interesse sein W ürden, nicht reagiert hatte. Schließlich wandte sich Balser dagegen, daß im umfangreichen Studien- gange der Mediziner etwa auch noch das Studium der ganzen Tierheilkunde zwangsweise verlangt würde, zumal doch die Medizinalverordnung vom 14. August 1822 ein besonderes tierheilkundiges Person: al in der Anstellung von besoldeten Distrikts- bw. Kreistierärzten und anderen Tierärzten vorsehe. Prof. Wilbrand war für Ueberweisung der Ställe; Zer- gliederungen von größeren Tieren könnten in dem kleinen an den Zimmerhof anstoßenden Stall vorgenommen werden. Für Demonstrationen der Organe usw. bot er seine Anatomie an, auch sonst jede mögliche Unterstützung, so z. B. die vor- handenen Skelette von kleineren Tieren. Jedoch auch er er- wartete von Gerbig als Lehrer nichts und hielt es für angebracht, erst einen geeigneten Lehrer zu bekommen; er brachte Prof. Renner, den Leiter des Tierarzneiinstitutes zu Jena, in Vorschlag. Auch von Senatsmitgliedern wurde ab- fällig über Gerbig geurteilt und die Vorschläge Ritgens

betr. Krankenställe usw. für erste bescheidene Anfänge gutge- heißen. Das Votum der Universität wurde mit den FEinzel- berichten am 23. Juni 1823 erstattet, woraufhin anscheinend Gerbig seiner Stelle in Gießen enthoben worden ist(in den Akten ist nichts mehr darüber vorhanden). Sein Nachfolger wurde C. W. Vix.

Ein Kuriosum sei hier aus jener Zeit noch erwähnt. Näm- lich für den Universitätsmarstall, und zwar sowohl für die Knechte wie für die Pferde, war(wohl durch Freundschafts- dienst des damaligen Universitätsstallmeisters Franken- feld) als Marstallarzt der Gießener Medizinalrat Dr. med.