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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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macodynamik usw. gelehrt werde. Indess würde für den spe- ciellen Unterricht in der Thierheilkunde noch erforderlich seyn: a) eine Einrichtung in der anatomischen Kenntnis und zur Uebung im Zergliedern der Hausthiere; b) eine eigene Schmiede und eigentliche Thierarzneyschule, in welcher kranke Thiere und praktisch außer dem Hufbeschlag, auch die Be- handlung der verschiedenen bey den Hausthieren vorkommen- den Krankheiten und die Verrichtung der wichtigeren Opera- tionen gelehrt würden; c) die Anstellung mindestens eines ordentlichen Lehrers für Thierheilkunde, nebst einem Gehilfen für den anatomischen Unterricht, einem Curschmied und einem bis zweien Wärtern zur Pflege und Beachtung der kranken Thiere. Wenn demnach eine Thierarzneischule nicht bloß dem Namen, sondern der That nach gegründet werden soll, So erfordert sie ein Gebäude zur Aufnahme der kranken Haus- thiere, schicklichen Raum für die Präparate, die Präparier- übungen und einen jährlichen Fonds für die Salarirung des an- zustellenden Personals und für die Unterhaltung der eigent- lichen Thierarzneyschule. Aber bei aller Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung der Tierheilkunde für den Wohl- stand des Landes geboten jedoch zunächstdiejenigen Mängel eine Abhilfe, welche sich auf die menschliche Heilkunde be- ziehen. Deren Institute und klinische Einrichtungen waren damals allerdings noch sehr bescheiden oder fehlten gänzlich. Um diesen Erfordernissen gerecht zu werden, würde der von den 10 000 Gulden für die medizinische Fakultät entfallende Betrag verbraucht werden, also nichts für die Errichtung eines Tierarzneiinstitutes übrig bleiben. So wurde dessen Vorschlag nicht unter die in erster Linie zu berücksichtigenden Bedürf- nisse der Universität aufgenommen.Wenn übrigens für die nötigen Besoldungen und für die Verpflegung der kranken Thiere die nothwendigen pecuniären Mittel erübrigt werden könnten, so würden sich auch Räume im Hauptgebäude und einem Seitenbau der Kaserne für den anatomischen Unterricht und zur Aufnahme der Präparate gut eignen, während der andere Seitenbau zur Aufnahme der kranken Thiere benutzt werden könnte.

Dem Wunsche der Universität entsprechend, das Studium der Tierarzneikunde zu fördern, war das Ministerium am 31. Juli 1822 geneigt(und von Minister von Grolman am 11. September 1822 nochmals als notwendig anerkannt), in Gießen einen gebildeten Tierarzt anzustellen,der auch im Stande sein dürfte, Vorlesungen über besagte Scienz, jedoch ohne den Titel eines Professors, zu halten. Unter Vorlage der Prüfungsakten des mit gutem Ergebnis geprüften Tierarztes Justus Gerbig zu Darmstadt wurde die Landesuniversität aufgefordert, sich über dessen Anstellung und etwaige Legiti-