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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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und Hippiater Schäffer die Fakultätsprüfung ab und be- stand in arte veterinaria gut, in chirurgia practica weniger gut; er war wohl einer der besseren Empiriker. Oder ein anderes Beispiel: Es wurde von der Gießener Regierung 1817 W. Schäffer zur tierärztlichen Prüfung an Prof. Nebel gewiesen; er beurteilte ihn als ganz unwissenden Schäfer, ließ ihn durch die tierärztliche Prüfung fallen und stellte ihm ein Zeugnis nur für niedere tierheilkundige Dienste aus. So waren es am Ende des zweiten und auch noch im dritten Jahr- zehnt deren mehr, die nur dieses Zeugnis für untergeordnete Ausübung der Tierheilkunde und etwaige Anstellung als Kurschmidt erhielten. Es scheint die von schlechten Kan- didaten gewiß begrüßte Einrichtung bestanden zu haben, daß bei Versagen in der Prüfung die Gebühren zurückerstattet wurden. Es unterzogen sich aber auch bessere und schon wissenschaftlich, speziell für Tierheilkunde, vorgebildete Kan- didaten der Prüfung vor der medizinischen Fakultät. So zum Beispiel 1816 die Kandidaten Stock und Schenk, von denen letzterer an der Tierarzneischule in Marburg studiert hatte. Sie erhielten mit gutem Zeugnis die Empfehlung zum Tierarzt in den großherzoglichen Staaten. 1817 unterzog sich der gleichen Prüfung vor der medizinischen Fakultät unter dem Dekanat Nebels der Roßarzt Fr. Ludw. Wüst(aus Bessungen bei Darmstadt), der zwei Jahre an der Tierarznei- schule in Wien studiert hatte. Er wurde, wie die Akten be- sagen,in den verschiedenen, für einen Thierarzt erforderlichen Zweigen des veterinärischen Studiums von uns geprüft, und er zeigte nicht allein in der Lehre von den verschiedenen Krank- heiten und Seuchen der verschiedenen Haustiere, sondern auch in der vergleichenden Anatomie, Hufbeschlag, Gestütkunde, Arzneimittellehre gründliche Kenntnisse und ein wohlgeord- netes wissenschaftliches Studium. Es gereicht uns daher zu besonderem Vergnügen, diesem jungen Mann nicht nur das günstige Zeugnis erteilen, sondern auch denselben als einen vorzüglich geschickten und für eine staatliche Anstellung ge- eigneten Thierarzt empfehlen zu können. Aber auch an der Gießener Universität meldeten sich in der medizinischen Fakultät gebildetere junge Leute zum Studium der Tierheil- kunde, so studierte laut Matrikel vom 9. 11. 1815 2. B. G. J. Diegel ars veterinaria, der erst am 10. 12. 1821 seine Prüfung als Tierarzt ablegte mit gutem Zeugnisfür die Aus- übung der gesamten Tierheilkunde undfür die Anstellung als Kreisthierarzt hinreichend gebildet erklärt wurde. Die Prüfungsgebühren waren die gleichen wie für die Prüfung eines Apothekers.) Außer dieser Kategorie von Tierärzten, die man wohl schon den späteren Tierärzten I. Klasse gleielstellen kann, wurde am 30. 9. 1828 nämlich auch einem A. Schley