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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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Nebel mit seinen Vorlesungen(außer der ersten) wenigstens von 1801 ab anderes, nämlich sie waren mehr für die Studie- renden der Medizin und für künftige Physici gedacht, damit diese ihren Aufgaben in der Tierseuchenbekämpfung bei ge- richtlichen Entscheidungen und bei der Beaufsichtigung der ihnen damals unterstellten Tierheilkundigen und der Tierärzte nicht fremd gegenüberstanden, wie es zumeist der Fall war. Soweit die Vorlesungsakten Aufschluß geben, las Nebel über Viehseuchen, Krankheiten der Haustiere, Vieharzneikunde und als Anhang zu seiner Vorlesung über gerichtliche Arznei- kunde: Gerichtliche Tierarzneikunde, besonders die Lehre von den Hauptmängeln der Nutz- und Haustiere(für gerichtliche Aerzte und Tierärzte). Nebel hielt diese Vorlesungen mit welcher Beteiligung ist nicht bekannt im bunten Wechsel, da ja ein bestimmter Studienplan noch nicht bestand, bis in das vierte Jahrzehnt. Als auch Studierende der Tierheil- kunde sich einfanden, las Nebel auch für diese, und er nahm nach 1827 regen Anteil an Prof. VixX' Bestrebungen um den Ausbau und die Hebung der tierärztlichen Ausbildung an der Universität. Außer den schon früher erwähnten Schriften über Tierheilkunde seien noch erwähnt aus dem Jahre 1806: Bemerkungen und Wahrnehmungen über Castrationen bei Thieren sowieHistoria artis veterinäriae a rerum initio usque ad aevum Caroli V.. Bemerkt sei hier nur kurz, daß Nebel später nomineller Mitherausgeber der seit 1834 er- schienenenZeitschrift für die gesamte Tierheilkunde und Viehzucht, herausgegeben von Dieterichs, Nebel und ViXx, war. Nebel scheint sich übrigens nicht nur theoretisch mit Tiermedizin befaßt zu haben, sondern es bestand(nach- dem Schwabes Plan nicht zur Durchführung gekommen war) in Gießen, wenigstens vorübergehend, ein städtisches Viehspital, dessen Leitung Prof. Nebel hatte. Doch auch der Tierarzt Wüst scheint daran beteiligt gewesen zu sein. Das Spital war wegen einer Seuche von der Polizeideputation 1818/19 ins Leben gerufen, und seine Kosten wurden durch Umlagen auf die Viehbesitzer bis 1824 gedeckt. Wielange das Spital selbst bestanden hat, ist nicht genauer zu ermitteln.

Ueber Vorbildung, etwaigen Lehrgang und die Prüfungs- weise des eigentlichen tierheilkundigen Personals in Gießen ist bis in das zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts nur wenig bekannt. Vorbildung und Ausbildung waren offenbar sehr geringgradig, meistens waren es Schmiede, Schäfer, Empiriker, die sich aber vor der medizinischen Fakultät als Prüfungs- behörde seit Anfang des 10. Jahrhunderts nicht gesetzlich geregelten Prüfungen unterzogen und ein Zeugnis verschie- dlener Bewertung und Qualifizierung erhielten. So legte zum Beispiel laut medizinischem Dekanatsbuch 1805 der Chirurgus