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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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Institutes und einer Professur für Veterinärwissenschaften er- neut Bezug genommen, aber auf Grund gutachtlicher Aeuße- rung des scharf kritisierenden Prof. Nebel wurden ernste Zweifel geäußert, ob der Landphysikus Prof. Schwabe, der schon 1798wegen seiner Unfähigkeit, das Amt eines öffentlichen Lehrers zu bekleiden, seiner Professur entsetzt worden war, der geeignete Mann zur Verwirklichung des Planes sei, und er die ausreichenden allgemein-medizinischen und speziellen tierärztlichen Kenntnisse und Fähigkeiten habe, denn seine spärlichen einschlägigen literarischen Leistungen wurden von Nebels Belesenheit als Uebertragungen und Auszüge erkannt. Auch Schwabes Lehrtätigkeit in Veterinärwissenschaften, von ihm selbst zu seiner Empfehlung angeführt, erwies sich als äußerst dürftig. Sein guter Wille, mit eigenen Mitteln ein Tierarzneiinstitut zu errichten, wurde von der medizinischen Fakultät zwar anerkannt, aber Unter- stützung des Staates für sein Projekt nicht für angebracht ge- halten, doch vorgeschlagen,daß man es als Privatunter- nehmen zwar nicht öffentlich billigen, wohl aber geschehen lassen könne. So scheiterte Ende 1808 die Errichtung eines Veéterinärinstitutes wohl im wesentlichen an der eigenen Leistungsfähigkeit eines von besten Absichten geleiteten Mannes, welcher der berechtigten Kritik seiner Kollegen nicht standhalten konnte. Schwabe gab den Plan der Errichtung einer Veterinär- und Schutzpockenanstalt ohne staatliche Hilfe anscheinend auf, aber, soweit die nur noch teilweise aus jener Zeit erhaltenen Vorlesungsakten und-verzeichnisse erkennen lassen, kündigte er auch weiterhin Universitätsvorlesungen über Tierheilkunde an, so 1810Vorlesungen über etliche Teile der Tierarzneikunde nach seinem Plane, 1811 und 1812An- weisung zur generellen und speziellen Kenntnis und Heilung der inneren Krankheiten der Wirtschaftstiere, 1815An- weisung l. Zu der tierischen Chirurgie und Geburtshilfe oder zu den bei den Tieren gewöhnlichen Operationen, und 2. Zu der Kenntnis und Heilung der Lähmungen der Pferde oder der Mängel und Gebrechen, wobei diese Thiere lahm zu gehen genötigt werden, nach eigenen Heften. Prof. Schwabes schwache Schriften tierheilkundigen Inhalts sind:Anweisung zur einzig möglichen Verwahrung vor der gallicht-faulichten Hornviehseuche, und also insbesondere auch von der Löser- dürre, dem Lungenbrand, Milzbrand und dem Zungenkrebs, 1796;Zeichenlehre oder Anweisung zur Kenntnis und Be- urteilung der vorzüglichen Beschaffenheit eines Pferdes, 1803, undVermischte Schriften veterinärischen Inhalts, 1804. Beabsichtigte Schwabe mit seinen wenigen Vorlesungen und Schriften wohl im wesentlichen Belehrung für Tierbesitzer und niedere Tierheilkundige, so erstrebte gleichzeitig Prof.