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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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seine Vorlesungen keinen Beifall fanden, 1798 von der Ver- bindung mit der Universität gelöst, als Professor honorarius pensioniert wurde und bis 1814 als Landphysikus in Gießen tätig war, aber erst 1824 ebenda starb. Schwabes Inter- esse an der Tierheilkunde mochte darin wurzeln, daß damals, wie bereits erwähnt, den Physici die Aufsicht über die Tier- seuchenbekämpfung oblag. Schwabe reichte 1804 bei dem Landgräflichen Stadtamt in Gießen ein Gesuch ein um Ueber- lassung der Pulvermühle(an der Lahnbrücke) zur privaten Frrichtung einesVeterinärischen Lehr- und Heilinstitutes. Der Rat der Stadt erklärte es am 20. 12. 1804 für unmöglich, da die Pulvermühle als der einzige Ort, wo Garn und Stoffe gefärbt werden, unentbehrlich sei und sonst das Verdienst ins Ausland ginge, auch deswegen, weil das Grundstück direkt an dem Platze, wo die Jahrmärkte gehalten werden und an der Landstraße nach Westphalen läge, worin man eine Gefahr für Seuchenverschleppung sah. Dieser abschlägige Bescheid ent- mutigte Schwabe aber nicht, vielmehr zeigte sich seine Neigung und seine Uneigennützigkeit darin, daß er plante, in seiner eigenen, am Wall gelegenen Hofreite die Veterinär- wissenschaft zu lehren. Er beabsichtigte, für ein solches Institut Seyfert von Tennecker(damals in Leipzig) als Mitarbeiter zu gewinnen, der freilich wegen seinerfabrik- mäßig für die Massen produzierten Schriften von den wirklich gebildeten Tierärzten höchst abfällig beurteilt wurde (Rieck). Prof. Schwabe reichte erneut am 10. 5. 1805 ein begründetes Gesuch um Genehmigung zur Errichtung einerVeterinär- und Schutzpockenanstalt' auf seinem eigenen Grundstück ein, und zwar direkt an den Landgrafen Ludwig, um nicht zuvor vom Rate der Stadt wegen ver- meintlicher Ansteckungsgefahr abgewiesen zu werden. Die medizinische Fakultät, zur Aeußerung auf Schwabes Ge- such aufgefordert, anerkannte am 27. 4. 1806den Nutzen und die Notwendigkeit einer veterinärischen Anstalt, doch wurde die Vorlage eines ins einzelne gehenden Planes über das Vorhaben von Schwabe für erforderlich gehalten. Am 11. 3. 1807, näaher ausgeführt am 13. 10. 1808, reichte Schwabe ein Gesuch um Uebertragung des Lehrstuhles der Tierarzneikunde an das Großherzogliche Ministerium ein, das es der medizinischen Fakultät zur Erstattung eines Votums zuleitete. Schon in ihren Gutachten vom Juli und September 1808 über Lücken und Mängel der medizinischen Bildungs- anstalten in Gießen waren von der Fakultät auch die Wünsche für die Errichtungeiner noch fehlenden Tierarzneischule höchsten Ortes vorgelegt worden. Darauf wurde einleitend in dem Votum vom 15. 12. 1808 vom Dekan Prof. Dr. Balser unter voller Anerkennung der Notwendigkeit eines solchen