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stehungs- und Verbreitungsursachen der im Kriege sich äußernden Krätze unter den Pferden, 1797.
Um 1800 hatte man in der Landgrafschaft Hessen-Darm- stadt sich auch mit dem Plan getragen, eine„Veterinärschule“ einzurichten, aber man konnte sich über den Ort nicht schlüssig werden. Wollte man sie mehr als praktische Anstalt zur Erziehung von Empirikern gestalten, so kam Darmstadt in Betracht, während für eine höher zu entwickelnde, mehr wissenschaftliche Bildungsstätte die Universitätsstadt Gießen zu erwägen war. Die Notwendigkeit der Bekämpfung der Tierseuchen und der Erhaltung des wertvollen Viehbestandes wurde von der Regierung anerkannt, aber die Errichtung einer tierärztlichen Ausbildungsstätte wurde vorerst der vermeint- lichen zu hohen Kosten wegen auf bessere Zeiten aufge- schoben. Der hessische Minister von Barkhausen setzte sich für die Errichtung einer Tierarzneischule, und zwar in Verbindung mit dem Marstall zu Darmstadt, sehr ein und empfahl seinem Landesherrn, dem Landgrafen Ludwig X. (Seit 1805 Großherzog Ludwig I.), den prakt. Arzt Dr. med. Ludw. Heinr. Bojanus(geb. 16. 7. 1776, gest. 2. 4. 1827), der 1801 als ordentliches Mitglied in das Collegium medicum in Darmstadt aufgenommen war, auch zum Tierarzt am Marstall, Lehrer der Tierheilkunde und künftigen Direktor des beab- sichtigten Tierarzneiinstitutes in Darmstadt zu ernennen. Auf Staatskosten an die Tierarzneischule zu Alfort bei Paris ge- sandt, machte sich Bojanus dort mit seinem neuen, ihm bis dahin noch fremden Arbeitsgebiet eifrigst vertraut, ebenso durch Studienreisen an die Tierarzneischulen zu London, Hannover, Kopenhagen, Berlin, Dresden, Wien und in die ungarischen Gestüte. Für die Auffassung aber, daß B o janus als erster Direktor eines zu gründenden Veterinärinstitutes, das an die Universität Gießen angegliedert werden sollte, wie Schäfer es darstellt, findet sich in den Archivakten und älteren Biographien kein Anhalt. Für die Entwicklung des tierärztlichen Unterrichtes an der Universität Gießen kommt Bojanus also unmittelbar nicht in Betracht. Deshalb sei hier auch nicht näher auf Leben und Wirken dieses bedeuten- den Mannes eingegangen, nur auf seine Biographie aus der Feder Adamowicz“' in Wilna sei verwiesen. Dorthin war Bojanus auf Grund seiner Bewerbungsschrift„Ueber die Thierarzneikunst“ am 8. 8. 1804 als ordentlicher Professor der Veterinärkunde an die Universität berufen worden, ohne daß er nach seiner Rückkehr von der Ausbildungsreise den Plan der Errichtung einer Tierarzneischule in Darmstadt hätte verwirklichen können, da sich diesem Unternehmen durch den Tod des Ministers von Barkhausen neue Schwierigkeiten entgegenstellten. Bojanus' Berufung nach Wilna aber war


