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Ueber die Anfänge des Unterrichts in Tierheilkunde an der Universität Gießen (1777-1827) / von Wilhelm Schauder
Entstehung
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es zurückgehen, daß wohl auf Nebels Antrag am 31. Juli 1810 die medizinische Fakultät zu Gießen Hieronymus Waldinger, Professor an der Tierarzneischule in Wien, die Würde eines Dr. med. et chir. h. c. verlieh. Von Wien aus bereiste Nebel 1796 Ungarn, besuchte außer Kliniken die tierärztlichen Anstalten Tögels in Prag, die Tierarznei- schulen zu Dresden unter Reutter, Berlin unter Nau- mann, Hannover unter Havemann. So bereichert durch viele Eindrücke und Erfahrungen auf menschen- und tierärzt- lichen Gebieten, kehrte Nebel im Oktober 1796 nach Gießen auf seine Prosektur zurück. Inzwischen war ein fürstlicher Auftrag an die medizinische Fakultät ergangen,Dr. Nebel zu ermuntern, sich vorzüglich der Vieharzneykunst zu widmen. Denn nach einem Bericht der Fakultät, veranlaßt durch ein Vorkommnis bei einer Rindviehseuche bei Gießen, Wäre es vielleicht nicht undienlich, wenn ein ordentlicher Thierarzt im Lande sei, welcher mit dem Physikus die Vieh- krankheiten untersuchte und besorgte, wofür Nebel vor- geschlagen worden war. 1796/07 hat dann Nebel ein wöchentlich zweistündigesöffentliches Collegium über die Viehseuche gehalten. Als 1798 Prof. Dietz, des akademi- schen Lebens überdrüssig, sich mit dem Charakter eines Honorarprofessors und Geheimen Rates in den Ruhestand nach Darmstadt zurückzog, bewarb sich Nebel erfolgreich um diese Professur und wurde dritter ord. Professor der Arznei- kunde. Bei seinem Antritt als solcher am 16. 6. 1798 gab er eine kleine Schrift heraus:Specimen nosologiae brutorum cum hominum morbis comparatae(Vergleich der Tier- und Menschenkrankheiten). Nach einem Schreiben der Gießener Regierung vom 5. 5. 1800 hat NebelOnterricht für den Landmann(vermutlich über Tierseuchen) gehalten, und in Verbindung damit wurde auf jenes Schreiben hin von der medizinischen Fakultät erwidert: Da gegenwärtig in Gießen Hauptmann Friedrich Pilger, der 1708 oder 1700 als Tier- arzt nach Gießen kam, Viehheilkunde treibe, so möge man diesem den Auftrag geben, über denselben Gegenstand zu schreiben; nachher könne man beider Bemerkungen mitein- ander verbinden. Näheres ist über diesen Hergang nicht mehr erhalten; Nebel scheint sich auf eine Zusammenarbeit mit Pilger nicht eingelassen zu haben(s. später).

Nebel hatte um diese Zeit an Schriften über Tierheil- kunde u. a. veröffentlicht: Bemerkungen über Hornviehseuche und ein Vorschlag zu ihrer Verminderung, 1706, Untersuchung der Frage, ob ein Rindvieh die Seuche zweimal bekomme, 1706, Ein paar Worte über die Rindviehseuche, 1797, Plan zu einer Viehassecuranz-Gesellschaft, 1796, Ueber den Unterschied der Löserdürre und des Milzbrandes, 1797, Welches sind die Ent-