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keit des Fleisches kranker Tiere wurde die medizinische Fakultät von der hessischen Regierung aufgefordert. Es gab ja damals ausgebildete eigentliche Tierärzte in Hessen noch nicht, und deshalb lag die Bekämpfung der Tierseuchen den Physikatsärzten ob, die als solche, ohne besondere Vorbildung dafür, vom allgemein-medizinischen Wissen aus das nötige Verständnis für Tierseuchen und deren Bekämpfung haben sollten, aber mangels einer Ausbildung darin nicht haben konnten. Die Unzulänglichkeit solcher papierener Verordnung erkannte man zum Teil(so auch in der medizinischen Fakultät) wohl, allein wegen Fehlens oder später wegen Mangels an eigentlichen Tierärzten sowie aber auch um rückständiger Vorurteile willen und aus falschen Prestigegründen wurden noch jahrzehntelang diese Pflicht und dieses Recht der Physikatsärzte beibehalten, ja, bei der ersten Organisation des Veterinärwesens im Großherzogtum Hessen durch die Medi- zinalordnung vom Jahre 1822 festgelegt. Besonders inter- essiert an solchen Gutachten der medizinischen Fakultät über Tierseuchen, Fleischhygiene und Sektionen war Dr. med. Ernst Ludwig Wilhelm Nebel, welcher der bedeutendste Förderer der Tierheilkunde an der Universität Gießen während der ersten fünf Jahrzehnte des 10. Jahrhunderts wurde und noch lange über den hier zu besprechenden Zeitabschnitt hinaus, hat er doch seit 1828 Professor Dr. ViXx im tierärztlichen Unterricht und in dessen Bestrebungen um Errichtung und Ausbau des Veterinärinstituts unterstützt bis zu seinem Tode am 30. 5. 1854. Dieses Verdienst ist auch von Jesionek und Stieda anerkannt worden.
Nebel, als Sohn des ord. Professors der Chirurgie und Geburtshilfe Christoph Ludw. Nebel am 16. 2. 1772 zu Gießen geboren, studierte seit 1788 Medizin in Gießen und Jena, promovierte 1703 in Gießen, wurde dort 1704 Prosektor am anatomischen Theater und hielt Privatvorlesungen. Im August 1795 bat er um Erlaubnis, auf eine Studienreise nach Wien gehen zu dürfen, um sich außer in medizinischen Wissenschaften zu vervollkommnen auch an der dortigen Tierarzneischule besonders der Tierheilkunst zu widmen. Es wurde genehmigt und sein Urlaub im Juni 1796 um einige Monate verlängert mit Gewährung eines Stipendiums von 300 Gulden,„in gnädigstem Vertrauen, daß er vorzüglich die Vieharzney-Wissenschaft studiere und in dieser Absicht bei auswärtigen Instituten nebst den theoretischen auch praktische Kenntnisse zu sammeln sich bemühen werde“. Dem wurde Nebel in eifrigem Studium an der Tierarzneischule in Wien gerecht, an welcher Knobloch, Pessina und Waldin- ger lehrten.— Auf diese Studienzeit Nebels in Wien dürfte


