Druckschrift 
Festlieder zum 25jährigen Stiftungsfest der Verbindung katholischer deutscher Studenten "Hasso-Rhenania" in Gießen : 17. bis 20. Juni 1908
Entstehung
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5 G,

5. Stoßt an! Frauenlieb lebe! Hurra hoch!: Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, der hält auch Freiheit und Freunde nicht wert.: Frei iſt der Burſch!/

6. Stoßt an! Männerkraft lebe! Hurra hoch!: Wer nicht ſingen, trinken und lieben kann, den ſieht der Burſch voll Mit⸗ leid an. Frei iſt der Burſch!

7. Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurra hoch!: Wer die Wahrheit kennet und ſaget ſie nicht, der bleibt ein ehrlos erbärm licher Wicht.: Frei iſt der Burſch!

8. Stoßt an! Kühne Tat lebe! Hurra hoch!: Wer die Folgen ängſtlich zuvor erwägt, der beugt ſich, wo ſich die Über macht regt.: Frei iſt der Burſch!

ILTN

VIII.

Ks klingt ein heller Klang, ein ſchönes deutſches Wort in jedem

Hochgeſang der deutſchen Männer fort: Ein alter König, hochgeboren, dem jedes deutſche Herz geſchworen; wie oft ſein Name wiederkehrt, man hat ihn nie genug gehört.

2. Das iſt der heil'ge Rhein, ein Herrſcher, reich begabt, des Name ſchon, wie Wein, die treue Seele labt. Es regen ſich in aller Herzen viel vaterländ'ſche Luſt und Schmerzen, wenn man das deutſche Lied beginnt vom Rhein, dem hohen Felſenkind.

3. Sie hatten ihm geraubt der alten Würden Glanz, von ſeinem Königshaupt den grünen Rebenkranz. In Feſſeln lag der Held geſchlagen; ſein Zürnen und ſein ſtolzes Klagen, wir habens manche Nacht belauſcht, von Geiſterſchauern hehr um⸗ rauſcht.

4. Was ſang der alte Held? Ein furchtbar dräuend Lied:O weh dir, ſchnöde Welt, wo keine Freiheit blüht, von Treuen los und bar von Ehren; und willſt du nimmer wiederkehren, mein ach! geſtorbenes Geſchlecht und mein gebroch'nes deutſches Recht?

5.O meine hohe Zeit, mein gold'ner Lenzestag! als noch in Herrlichkeit mein Deutſchland vor mir lag, und auf und ab am Ufer wallten die ſtolzen, adligen Geſtalten, die Helden, weit und breit geehrt durch ihre Tugend und ihr Schwert!

6.Es war ein frommes Blut in ferner Rieſenzeit, voll kühnem Leuenmut und mild als eine Maid. Man ſingt es noch in ſpäten Tagen, wie den erſchlug der arge Hagen. Was ihn zu ſolcher Tat gelenkt, in meinem Bette liegt's verſenkt.