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Die Großherzoglich Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen / M. Biermer
Entstehung
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D)ie Grokherzogl. Ilessische Ludwigs-Universität zu Gießen. 565

der Hochschule bei weitem die Theologen. Erwähnt zu werden ven dienen Balthasar Mentzer(1565 1627), einer von den aus Marburg vertriebenen Professoren, der hauptsächlichste Berater der Regierung bei der Stiftung und Organisation der Universität, der Führer der Giefsener Theologen in ihrem die Zeit schr erregenden dogmatischen Streite mit den Tübingern, dann joh. Heinr. May(1653 1710), in Giefßsen von 1688 bis zu seinem Tode, der Reformator der Universität im Sinne des Pietismus. Neben ihm wirkte, freilich nur von 1607 bis 1698, als Professor der Geschichte Gottfried Arnold(1000 1714), ein pietistischer Kirchenhistoriker von Ruf, namentlich bekannt durch ein Werk, das

heute noch Beachtung geniefßst. Ebenfalls der pietistischen Epoche

seineunparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie

gehörte Joh. Jakob Rambach(1603 1735, in Giefsen seit 1731), ein beliebter Dichter von Kirchenliedern, an. Von den weiteren Theologen des 18. Jahrhunderts sind zwei zu erwähnen: Christoph Matthäus Pfaff(1686.1760), in seinen vier letzten Lebensjahren in Gießzen wirksam, namentlich auf kirchenrechtlichem Gebiete bekannt, cin Vor kämpfer für das sog. Kollegialsystem im Gegensatz zum Territorial system, und dann der berüchtigte, aber geistreiche Rationalist und Polemiker Karl Friedrich Bahrdt(1741 1702, in Gießsen 1771 1775).

Von den Gießener Theologen des 19. Jahrhunderts ragt in erster Linie hervor Karl Aug. Credner(1707 1857), in Giefsen bis zu seinem Tode ein volles viertel Jahrhundert tätig. Er machte sich einen

Namen namentlich auf dem Gebiete der neutestamentlichen Wissen schaft. Hervorzuheben sind noch Karl Theod. Keim(1825 1878), in Gießsen von 187378, der Verfasser derGeschichte Jesu von Nazara, August Dillmann(1823904), von 186460 in Giefzen alttestament licher Exeget, namentlich geschätzt als Neubegründer der äthiopischen Studien, und endlich Gustav Baur(181680), in Gielsen von 184161 Praktischer Theologe.

Von juristen der Gießsener Universität aus ihrer ersten Zeit darf der erste Kanzler und Rektor Gottfriecd Antoni(15711618) als hervorragender Kenner des Lehenrechts genannt werden. Als Kriminalist genofßs in seiner Zeit ein hohes Anschen Melchior von Grolman(1668 1722), ferner der Freund Goethes Ludw. Jul. Friedr. HIöpfner(174397), der bis zu seinem Tode in Gieſsen wirkte und ein namhafter Bearbeiter des Naturrechts war. Für die erste Hälſte des 19. Jahrhunderts kommen der bekannte Pandektist Karl Friedr. Ferd. Sintenis(1804 68) in Gießen 183741, der Prozessualist

Gustav Ludw. Theod. Marezoll(1704 1873), der seine erste Professur