208 Lösch, Die kath.-theol. Fakultäten zu Tübingen und Gießen.
an philosophischer Begabung und wissenschaftlicher Reg- samkeit mit den früheren Tübingern wetteifernd im Verein mit dem Professor und späteren Domdekan J. B. Heinrich die Mainzer Schule schuf. Wieviel aber Heinrich, zuvor (1840/42) Privatdozent der Rechtswissenschaft in Gießen, dann der Theologie sich zuwendend, seinerseits aus Tübingen, wo er„drei Semester lang(1842/43) mit größtem Eifer theologische Vorlesungen gehört hatte“ ¹), für seine spätere staunenswerte dogmatische, philosophische und historische Vielseitigkeit von einem Drey, Kuhn und Hefele empfangen hat, ist nicht Gegenstand dieser Untersuchung. Nach 1860 bog die Mainzer Schule weit ab von der Richtung der Tübinger. Die Auseinandersetzungen Kuhns in ThO. 1862 bis 1864 sprechen eine andere Sprache als der Mainzer „Katholik“, die Versammlung katholischer Gelehrter zu München vom Jahre 1863 bot dazu den Widerhall und die Aufzeichnungen eines Miterlebenden von damals, Freiherrn Georg von Hertling“), geben ein Echo davon: im Zu- sammenhang der Entwicklung der katholischen Theologie Deutschlands seit 1850 gesehen, dies alles ein ferner Nach- klang zu der Teilgeschichte einer Verbindung zwischen Tübingen und Gießen.
Mainz am 25. Juli 1886, Mainz 1886; Gedenkschrift bei seinem Tode: Bischof Haffner, sein Leben und Wirken, Mainz 1899; dazu Gedächt- nisrede auf Frz. X. v. Linsenmann, gehalten am 26. Sept. 1898 von Bischof P. L. Haffner, Rottenburg 1898, 5:„Als Repetent im Wilhelm- stifte hatte ich die Freude, beide(Linsenmann und Wilhelm Reiser) als liebe Schüler zu besitzen, was mir stets eine wertvolle Erinne- rung sein wird.“ 1
1) Ludwig von Pastor, Der Mainzer Domdekan Dr. Joh. Bapt. Heinrich(1816— 1891). Ein Lebensbild nach originalen Quellen und persönlichen Erinnerungen, Freiburg 1925, 8.
2) Erinnerungen aus meinem Leben 1(1919) 181 ff.


