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Die katholisch-theologischen Fakultäten zu Tübingen und Gießen(1830—1850).
Von Studienrat Dr. St. Lösch, Horb a. N.
Für den katholischen deutschen Süden bis zur Mainlinie steht um 1830 Tübingen im Mittelpunkt des theologischen Studiums. Hier finden sich Zuhörer Dreys, Hirschers und Möhlers aus Baden, Hohenzollern, Hessen-Nassau und der Deutschschweiz in steigender Zahl ein ¹). 1829/30 tritt aber die Regierung des Großherzogtums Hessen wie die von Hessen-Nassau dem Plan der Neugründung je einer eigenen oder einer gemeinsamen katholisch-theologischen Fakultät endgültig nahe. Man entscheidet sich zuletzt für eine ge- sonderte Fakultätengründung. Für jene wird Gießen, für diese Marburg ausersehen. Der einen sollte nur eine kurze Lebensdauer beschieden sein, für die zweite ein kurzer Anfang(19. Mai 1831) sogar mit einem schnellen Ende (31. Juli 1833) zusammenfallen. Die Geschichte des Auf- und Abbaues beider Fakultäten ist uns heute auf Grund der Akten durch Fr. Vigener, Die katholisch-theologische Fakultät in Gießen und ihr Ende: Mitteilg. des oberhess. Geschichtsvereins N. F. XXIV(1922) 28— 96; ders., Ketteler, Ein deutsches Bischofsleben des 19. Jahrhunderts. 1924, 179 bis 181 und C. Mirbt, Die katholisch-theologische Fakultät
1) Die Besucherzahl an der kath.-theol. Fakultät Tübingen wächst Wintersemester 1817 bis Sommersemester 1826 von 1„Ausländer“ (= Nichtwürttemberger) auf 21, um Wi 1828 auf 46, So 1829: 52, Wi 1829: 58 zu steigen, dann nach einem kurzen Rückgang auf durchschnittlich 34— 45, So 1833 nochmals auf 55 heraufzugehen; vgl. K. Klüpfel, Geschichte und Beschreibung der Universität Tübingen. 1849 Anhang:„Tabellarische Uebersicht der Studierenden von 1811 bis 1840.“


