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Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik : Louis F. Klipstein (1813-79) / Walther Fischer
Entstehung
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2 5 8 W. Fischer

in den Kreis der Vorlesungen einzubeziehen, und so wurde im Jahre 1823 Johann Valentin Adrian(17931864) als erster »außerordentlicher Professor der neueren Sprachen und Lite- raturen« an die Universität Gießen berufen. Schon im nächsten Jahre wurde seine Stelle in ein Ordinariat verwandelt. Der vielseitige, menschlich interessante Adrian war aber viel mehr freier Schriftsteller, UÜbersetzer und später der Uni- versitätsbibliothek ein sehr tüchtiger Vorstand, denn Philologe im strengen Sinne des Wortes*).

In Sachen der Doktorpromotion L. F. Klipsteins scheint Adrian eine sehr untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Zwar wurde ihm, als dem nächsten Fachvertreter, der Bericht des Dekans Osann als erstem zur Kußerung vorgelegt, aber er begnügte sich, sein Einverständnis mit einem kurzen f. (= conformat) zu bekunden; im übrigen sucht man seine Unterschrift im weiteren Schriftverkehr vergeblich.

Der Vorgang der Promotion im einzelnen war nun fol- gender. Zu Ende des Jahres 1844 hatte sich Louis F. Klip- stein brieflich an seinen»Vetter« August von Klipstein ge- wandt mit der Anfrage, ob im Hinblick auf seine im Druck befindlichen wissenschaftlichen Bücher eine Promotion für ihn zu Gießen möglich sei. Der Dekan stand dem Ansuchen freundlich gegenüber und bestand nur auf einem Zeugnis, das

3 die Tatsache der fortschreitenden Drucklegung bescheinigen würde. Die Mehrzahl der Fakultätsmitglieder stimmte je- doch für den Aufschub der Diplomerteilung, bis die fertigen Druckbogen eingelaufen seien. L. F. Klipstein wurde dem-

gemäß benachrichtigt. Im Frühjahr 1845 sandte er die ge- wünschten Zeugnisse nebst seinem Lebenslauf. Etwas später stellte er auch die verlangten Druckbogen in Aussicht; nach- dem diese jedoch Anfang September noch nicht in Händen

3 des Dekans waren, rechnete man mit dem Verlust der Sendung.

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D. Behrens, Friedrich Dies. Festrede su seinem 100. Geburtstag. Gießen 1894 und a. a. O. II, S. 351.

¹) Gießen erhielt erst 1867 nach Adrians Tod trat eine Vakanz von fast drei Jahren ein in der Person Ludwig Lemckes(1816 84) 1 eine vom philologischen Standpunkte aus gewichtigere Vertretung der 4 neueren Sprachen. Die Trennung von Romanistik und Anglistik wurde erst 3 8 1898 mit der Schaffung eines etatsmäßigen Extraordinariats für englische Sprache und Literatur vollzogen.