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Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik : Louis F. Klipstein (1813-79) / Walther Fischer
Entstehung
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Da man über die Ehrenhaftigkeit des Gesuchstellers keinen Zweifel hegte und man sich eine eben dargebotene Gelegen- heit, das Diplom sicher über das große Wasser zu befördern, nicht entgehen lassen wollte, beschloß die gesamte Fakultät, die Doktorwürde auch ohne vorherige Einsicht in die Druck- schriften zu erteilen, umsomehr, als Professor A. von Klip- stein sich für spätere Nachlieferung derselben verbürgte. Nur der Rektor, der Jurist J. M. T. Birnbaum, äußerte grund- sätzliche Bedenken, die jedoch keine Anderung der Stellung- nahme der Gesamtfakultät herbeiführten. So wurde also das Doktordiplom, das noch in doppelter Ausfertigung vor- handen ist, am 10. September 1845 vom Dekan ausgestellt: ... Fridericus Osann... Viro Reverendo atque eruditissimo Ludovico F. Klipstein, Americano Virginiensi, Verbi Divini Ministro in Dicœcesi Civitatis Carolinensis Meridionalis, Summos Doctoris Philosophiae Artiumque Liberalium Magistri Honores... hodie contulit.«

Zwei Umstände fallen an dieser nicht ganz gewöhnlichen Promotionsgeschichte auf. Einmal ist die Tatsache verwunder- lich, daß die Gießener Universitätsbibliothek kein einziges Werk L. F. Klipsteins in ihrem Besitze hat, zum anderen drängt sich uns die Frage auf, wie sich die große Zeitspanne zwischen dem tatsächlichen Erscheinen der Klipsteinschen Bücher und ihrer längst geplanten Drucklegung erklärt. Zum ersten Punkt bieten sich zwei Möglichkeiten der Erklärung: entweder hat L. F. Klipstein überhaupt verabsäumt, seiner Alma Mater die Bücher zu übersenden, oder sie gingen unter- wegs verloren*). Der zweite Umstand scheint darauf hin- zudeuten, daß die Druckschwierigkeiten doch erheblich größere waren, als Klipstein zur Zeit seines Gesuchs annahm. Ver- mutlich hatte er damals seine Bücher erst in der Handschrift fertig oder stand erst in Unterhandlungen mit Verlegern; jedenfalls dauerte es noch zwei volle Jahre, bis er in G. P. Putnam einen wagemutigen Verleger fand, der das Risiko der Veröffentlichung von*Klipstein's Anglo-Saxon Course of Study wirklich auf sich nehmen wollte.

¹) Ob A. von Klipstein Dedikationsexemplare in seiner Bibliothek besaß, ließ sich nicht mehr feststellen, da diese(nach freundlicher Mit- teilung seiner hochbetagten Tochter) 1894 an den Buchhandel nach Leipzig

veräußert wurde. 17*