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Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 2⁵7
mit einem dortigen Universitätslehrer, dem Professor der
Mineralogie August von Klipstein(1801— 1894), dem er ja auch die Analecta widmete. Dieser war ein Nachkomme einer jüngeren Linie des oben erwähnten dritten Zweiges der Klip- steinschen Familie. Wie aus dem amtlichen Schriftwechsel anläßlich der Promotion hervorgeht, bestand zwischen den amerikanischen Klipsteins und einigen Angehörigen der hessi- schen Familienzweige wenigstens eine lose Verbindung, die der amerikanische»Vetter« nun wohl zu nützen verstand. Vom rein wissenschaftlichen Standpunkte aus gab es für einen der Anglistik Beflissenen in Gießen um das Jahr 1845 ziemlich wenig zu holen. Die klassische Philologie zwar hatte in Friedrich Gotthelf Osann(1794— 1858) einen tüchtigen Ver- treter, aber die Germanistik, aus der sich die Anglistik eben erst langsam abzuspalten begann, hatte noch keinen eigent- lichen Lehrer gefunden. Zwar hatte der enzyklopädisch ver- anlagte Chemiker Wilhelm Ludwig Zimmermann, der Vor- gänger von Justus Liebig, bereits 1814 über das Nibelungen- lied gelesen und damit das erste germanistische Kolleg in Gießen gehalten, und 1843 hatte der Philosoph Philipp Moritz Carrière ein Publikum über Goethes Faust angezeigt; aber die Germanistik als Sonderdisziplin fand ihren ersten Gießener Ver- treter erst in F. L. K. Weigand, der sich 1849 als Privatdozent niederließ und 1852 zum Extraordinarius, 1867 zum Ordinarius befördert wurde. Die neueren Sprachen waren bis 1823 im allgemeinen nur durch»Sprachmeister«, meist Ausländer, ver- waltet worden, und das Französische hatte vor dem Englischen bei weitem den Vorrang. Allmählich machte sich aber das Bedürfnis immer dringender geltend, neben dem französischen auch das Schrifttum»der übrigen gebildeten Völker des neueren Europa«*), am liebsten in Verbindung mit der Antike,
7) Nach einem Bericht(1823) des Universitätsreferenten F. K. Rumpf, im Auszug mitgeteilt von D. Behrens, Zur Geschichte des neusprachlichen Unterrichts an der Universität Gießen, in der Festschrift Die Univensität Gieben 1607— 1907(Gießen 1907, II, 329— 356).[Ist die revidierte Fassung eines Beitrags in Zeitschr. für französische Sprache u. Lit. 27(1904) 165 f.] Friedrich Diez, der große Romanist, der 1821 in Gießen zum Dr. phil. promovierte, war kurz vorher mit einem höheren Gehalt zum a. o. Pro- fessor der neueren Sprachen in Bonn ernannt worden; daher nahm man davon Abstand, ihn jetzt ernstlich für Gießen in Betracht zu ziehen. Vgl.
J. Hoops, Englische Studien. 62. r. 17


