252 W. Fischer
II.
Aus dem Stammbaum der heute noch in Gießen ansässigen, jetzt weitverzweigten hessischen Familie Klipstein ergibt sich für die Vorfahren unseres amerikanischen Philologen etwa folgendes*). Nach mündlicher Überlieferung stammt das Ge- schlecht der Klipstein ursprünglich aus Thüringen. In Eisenach ist im 16. Jahrhundert ein Georg Klipstein,»Bürger und Dreher«, bezeugt. Im 17. Jahrhundert kam der Enkel dieses Georg, Caspar Klipstein(geb. 1627), als Förster im Gefolge der Gemahlin des Landgrafen Georg II. von Darmstadt nach Hessen-Darmstadt. Dort spaltete sich die Familie in vier Zweige. Ein Nachkomme des ältesten Zweiges, Philipp Klip- stein aus Darmstadt(geb. 1751),»lernte die Chirurgie und ging mit den kurhessischen Truppen nach Amerika, wo er nach dem Friedensschlusse seinen Abschied nahm und als Arzt zu Winchester(im Staate Virginia) lebte. Seine fünf Söhne werden den in Europa erloschenen Zweig in Amerika fort- pflanzen.« Vermutlich zog Philipp nicht allein in den ameri- kanischen Krieg, sondern er war von einem Verwandten, Ernst Christian(1743— 1803) aus einem jüngeren(dem dritten) Zweige der Familie, begleitet, der»als Kurhessischer Lieutenant im Amerikanischen Kriege focht, seinen Abschied nahm und als reitender Förster zu Epſpstein lim Taunus] starb«. Weitere Angaben über den amerikanischen Zweig der Klipsteins geben die Erläuterungen zum Stammbaum nicht, doch sollen noch heutzutage in New Vork verschiedene Glieder des amerikani- schen Zweiges leben*). Auf Grund der in den oben erwähnten Aufsätzen über L. F. Klipstein gemachten Angaben sowie seiner unten mitgeteilten, selbstverfaßten Vita läßt sich mit ziemlicher Sicherheit erschließen, daß der amerikanische Philo- loge ein Enkel des nach Amerika ausgewanderten Philipp Klipstein aus Darmstadt gewesen sein muß. Er wurde 1813 in Winchester, Va., geboren, verließ 1832 das Hampden Sidney
¹) Der Stammbaum nebst lithographierten»Erläuterungen«, die bis zum Jahre 1886 führen, wurde von Herrn Reichsbankdirektor Klipstein- Gießen der Universitätsbibliothek für die Zwecke dieses Aufsatzes freund- lichst zur Verfügung gestellt. Für weitere wertvolle Unterstützung bin ich dem Mitarbeiter an der»Hessischen Biographie«, Herrn Dr. G. Lehnert, zu großem Danke verpflichtet.
²) Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Reichsbankdirektor Klipstein.


