AUS DER FRUHZEIT DER AMERIKANISCHHEN ANGLISTIK: LOUIS E. KLIPSTEIN(1813—70)
In seinen lebendigen Erinnerungsblättern»Aus der Früh- zeit der Englischen Philologie. I.«(Germ.-Rom. Monatsschr. XIII, 32— 51; 1925), die wir Jüngeren mit wehmütiger Ehr- furcht lesen, hat Arnold Schröer es sich zum Ziele gesetzt, die Gestalten einiger großer englischer Anglisten der ver- gangenen Generation in sprechenden Augenblicksbildern fest- zuhalten. Der erste oben angeführte Beitrag war im wesent- lichen dem Gedächtnisse Furnivalls gewidmet— möõöge uns bald die Fortsetzung der so verheißungsvoll begonnenen Auf- satzreihe beschieden sein! Die»keineswegs zu unterschätzende« Mitarbeit Amerikas an der Errichtung des anglistischen Wissen- schaftsgebäudes will A. Schröer zunächst außer Betracht lassen. Es sei mir darum verstattet, hier auf eine in ihren Einzel- heiten bisher noch unbekannte Episode im Leben eines älteren amerikanischen Pioniers der Anglistik zu sprechen zu kommen, die zeigen soll, wie die Anfänge unserer Wissenschaft in der alten und in der neuen Welt enge verknüpft sind, und wie ein Amerikaner deutscher Abstammung auch hier die Rolle eines Mittlers gespielt hat.
I.
Auf die Verdienste von Louis F. Klipstein aus dem Staate Virginia als einem der ersten amerikanischen Anglisten ist schon öfters hingewiesen worden. In Deutschland wohl zuerst von R. Wülker, der in seinem Grundriß zun Geschichite der angelsächsischen Literalur(Leipzig 1885, S. 74) über Klip- stein folgende in zwei Hauptpunkten irrige Bemerkung machte: „Die ältesten Spuren von angelsächsischen Werken, welche in Amerika veröffentlicht wurden, gehen nicht weiter zurück als bis zum Jahre 1849, und zwar Wwar es ein Deutscher,


