Druckschrift 
Fünfzundsechzigstes Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia, 22.-25. Juli 1927 : [Kommerslieder] / [Gießener Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3. So laſſet uns die Gläſer heben und ſtimmet fröhlich mit darein; laßt Bacchus und Gambrinus leben, ſie ſollen hoch geprieſen ſein! Doch auch der Väter ſei gedacht; auch ihnen ſei der Trunk gebracht! Denn die alten Deutſchen uſw.

Rudolf Waldmann.

Das war der Graf von Rüdesheim.

1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Aug geblickt. Doch als er ihr die Lieb geſtand, lacht ſie ihm ins Geſicht; der Graf ritt tief gekränkt nach Haus und mied des Tages Licht.:; And er ſaß und vergaß in ſeiner Burg am Rhein ſeinen Schmerz, denn das Herz tröſtet Rüdesheimer Wein.,:

2. Wohl ſieben Jahre ſaß er ſo geſchieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all ſein Gut und Geld; wohl vierzig Güter gab er hin für edles Rebenblut, und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut. Alſo ſaß und vergaß er in der Burg am Rhein ſeinen Schmerz, denn das Herz tröſtet Rüdesheimer Wein.

3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen ſchlecht; ein andrer Herr bezog das Schloß, da ward der Graf ein Knecht. Die ganze Woche plagt er ſich im Wirtshaus vor der Burg; was in der Woche er verdient, bracht er den Sonn⸗ tag durch. And dann ſaß und vergaß er im Kellerloch am Rhein ſeinen Schmerz uſw.

4. And die euch dieſes Lied erdacht, die waren ſelber dort; zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geſchick und härmte ſich gar ſehr; da hörte man vom edlen Graf die wunderſame Mär. And man

ſaß und vergaß vor ſeiner Burg am Rhein allen Schmerz uſw. Bloch, Bender.

Der Sang iſt verſchollen.

1. Der Sang iſt verſchollen, der Wein iſt verraucht, ſtumm irr' ich und träumend umher. Es taumeln die Häuſer, vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer, es taumeln die Häuſer, vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer.

23