Druckschrift 
Fünfzundsechzigstes Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia, 22.-25. Juli 1927 : [Kommerslieder] / [Gießener Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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2.'s ſteht alſo in keinem Büchel, wie man's auf dem Herzen hat: Wanderſchaft mit leerem Beutel und ein Schätzel in der Stadt! Wenn das Mädel ſingen könnte, wär's gezogen mit hinaus; doch es hat'ne heiße Kehle, darum ließ ich es zu Haus. Ei, da gab es naſſe Augen,'s war mir ſelbſt nicht einerlei, ſprach ich:'s iſt ja nicht für ewig, ſchönſtes Nannerl, laß mich frei!

3. And ich ſchlüpft aus ihren Armen, aus der Kammer, aus dem Haus, konnt nicht wieder rückwärts ſchauen, bis ich war zur Stadt hinaus. And da hab ich's Lied geſungen, hab die Fiedel zu geſpielt, bis ich's in den Morgenlüften um die Bruſt mir leicht gefühlt. Manches Vöglein hat's vernommen, flög nur eins an Liebchens Ohr, ſäng ihr, wenn ſie weinen wollte, dieſes friſche Liedel vor!

4. Wenn ich aus der Fremde kommo, ſpiel ich auf aus anderm Ton, abends unter ihrem Fenſter, Schätzel, Schätzel, ſchläfſt du ſchon? Hoch geſchwenkt den vollen Beutel, ach, da giebt's'ne Muſika!'s Fenſter klirrt, es rauſcht der Laden, heilige Cäcilia! All ihr Prager Muſtkanten, auf, heraus mit Horn und Baß, ſpielt mir auf den Hochzeitsreigen, morgen leeren wir ein Faß! Wilh. Müller.

Heim.

1. Bin durch die Alpen gezogen, wo die Lawine rollt, ſah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold. Aber freudig tauſchte Alpen und Meeresſtrand:, für das tannendurchrauſchte nordiſche Heimatland.

2. Schlöſſer ſah ich und Türme ſchimmern und marmor⸗ weiß; dunkeler Pinien Schirme wiegten im Winde ſich leis. Aber ſchöner und beſſer, lacht mich immerhin aus, als die Marmorſchlöſſer dünkt mich mein Vaterhaus.,

3. Mägdlein durfte ich koſen, ſchlank und liliengleich, Frauen wie volle Roſen, üppig und anmutreich; Lilien aber und Roſen werden von der beſiegt,;,; die mich als Knaben mit Koſen in den Schlaf gewiegt., Rud. Baumbach.

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