3. Da ſtreut noch einmal auf die Welt der Frühling ſeine Blüten, wie damals als in Lieb und Luſt die jungen Herzen glühten. Füllt mir den Becher bis zum Nand, und hell ſei angeklungen, zu Ehr und Preis von Heidelberg, dem alten ewig jungen! Friedr. Perey Weber. 1886.
Lebensluſt.
1. Weg mit den Grillen und Sorgen, Brüder, es lacht ja der Morgen uns in der Jugend ſo ſchön. Laßt uns die Becher bekränzen, laßt bei Geſängen und Tänzen uns durch die Pilger⸗ welt gehn, bis uns Cypreſſen umwehn!
2. Flüchtig verrinnen die Jahre; ſchnell von der Wiege zur Bahre trägt uns der Fittich der Zeit. Noch ſind die Tage der Roſen; ſchmeichelnde Lüftchen umkoſen Buſen und Wangen uns heut: Brüder, genießet die Zeit!
3. Fröhlich zu wallen durchs Leben, trinken vom Safte der Reben, heißt uns der Wille des Herrn. Auf denn, ihr fröhlichen Zecher, ſingt ſeine Güte beim Becher! Fröhliche ſieht er ſo gern. Preiſet den gütigen Herrn!
4. Sehet in Oſten und Weſten keltert man Trauben zu Feſten: Gott gab zur Freude den Wein! Gott ſchuf die Mädchen zur Liebe, pflanzte die ſeligſten Triebe tief in den Buſen uns ein. Liebet und trinket den Wein!
5. Dräut euch ein Wölkchen von Sorgen, ſcheucht es durch Hoffnung bis morgen! Hoffnung macht alles uns leicht. Hoff⸗ nung, du ſollſt uns im Leben liebend und tröſtend umſchweben, und wenn Freund Hein uns beſchleicht, mache den Abſchied uns leicht! A. Mahlmann.
Der Prager Muſikant.
1. Mit der Fiedel auf dem Nacken, mit dem Käppel in der Hand ziehn wir Prager Muſtkanten durch das weite Chriſtenland. Anſer Schutzpatron im Himmel heißt der heilge Nepomuk, ſteht mit ſeinem Stern und Kränzel mitten auf der Prager Bruck. Als ich da vorbeigegangen, hab ich Reverenz gemacht, ein Gebet ihm aus dem Kopfe recht bedächtig dar⸗ gebracht.
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