Dem Burſchentum.
1. Wenn die Becher fröhlich kreiſen, wenn in vollen Sanges⸗ weiſen tönt ſo manches Helden Nuhm, ja, da muß man dich auch ſingen, muß auch dir die Becher ſchwingen, dir, du altes Burſchentum!
2. Fragt ihr, wo die Freiheit wohne? Auf Europas wei⸗ ter Zone habt ihr nimmer ſie geſehen; nur bei alter, treuer Sitte, in der Burſchen froher Mitte mag ihr Tempel noch beſtehn.
3. Froh u. frei, wie's unſre Alten einſt zu ihrer Zeit ge⸗ halten, leben wir, ſo lang es gilt. Freuen uns mit leerer Taſche, wenn uns nur aus voller Flaſche klar der braune Nek⸗ tar quillt.
4. Nicht in marmornen Trophäen kann die ſpäte Nach⸗ welt ſehen, was wir Brüder hier getan; doch zum Denkſtein unſern Siegen häufen wir aus leeren Krügen hohe Pyramiden an.
5. Mit dem Humpen in der Linken wollen wir dein Wohlſein trinken, altes, frohes Burſchentum; mit dem Hieber in der Rechten wollen wir dich kühn verfechten, freies, tapfres Burſchentum.
Rückkehr des alten Studenten.
1. Reicht mir das alte Burſchenband und reicht die alte Klinge, daß ich zum Ritt gen Heidelberg mich jetzt aufs Röß⸗ lein ſchwinge. Heut fühl ich heiß Studentenblut durchs Herz noch einmal wallen, mir iſt, als hört ich Becherklang und Schlä⸗ gerklirren ſchallen, mir iſt, als hört ich Becherklang und Schläger⸗ klirren ſchallen.
2. Mir iſt, als ſäh ich jugendfriſch die alten Freunde wieder, als hörte ich von Lieb und Wein die alten frohen Lieder. And wie von jungem Liebestraum die alten Lieder tönen,; mir iſt, als ſäh ich wieder ſie, die ſchönſte aller Schönen.,:
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