Druckschrift 
Fünfzundsechzigstes Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia, 22.-25. Juli 1927 : [Kommerslieder] / [Gießener Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

In jedem vollen Glaſe Wein.

1. In jedem vollen Glaſe Wein ſeh unten auf dem Grund Ich deine hellen Äugelein,:, und deinen ſüßen Mund.:

2. Da trink ich ſchnell und warte nicht und küſſe dich im Weine,:, Aufs neue zu ſchauen dein Angeſicht,:, ſchenk ſchnell ich wieder ein!,:

3. So füll und leer mein Gläschen ich und trinke immerzu. nennt man mich nächſtens liederlich, die Schuld mein Schatz, haſt du!

Studentenlied.

1. Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt, allzeit mit lachen⸗ den Augen; des fahrenden Volkes durſtigem Schlag mag Frohes und Freies nur taugen. Wir wandern und ſingen, und naht das Glück, ſo packen wir's hurtig beim Kragen,, und trinken den Wein und küſſen die Maid, und laſſen den Eulen das Klagen.,

2. Die Schriften der Alten ſtudierten wir gut: ſie haben in's Schwarze getroffen; Anakreon und Horatius, die größten der Philoſophen. Drum Alter, laß ab von ſcheltendem Tun, und denke der Söhne der lieben,,: und denke der Zeit, wo du voreinſt, vielleicht es noch ärger getrieben.:,:

3. Ein Weilchen nur währt's, ſind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verſchlungen. Die tobenden Wogen der Jugendluſt, die himmelan jauchzend geſprungen. Philiſter heißt man, und alles iſt aus, und die am tollſten gewettert,,: ſind ſtill und ſtumm, die Lieder vertönt, die Becher der Freude zer⸗ ſchmettet.,:

4. Drum heiſa, hallo und dreingehaut! Zum Teufel mit Kummer und Sorgen! Laßt kreiſen das Horn, bis Hahnenſchrei verkündet den kommenden Morgen! Zum Trübſalblaſen kommen wir noch, wallt Blondhaar ſilbern dem Greiſe: Es lebe die ſelige Jugendzeit, Holdlieb und die launige Weiſe.

G. H. Bienert.

20