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Das Kloster seinen Gefallenen
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lieh ihm 1914 die Würde eines Or. ing. hon. c. Auf ſeir

zahlloſen Dienſtreiſen zu den angeſchloſſenen Fabriken nahnt 9 gern ſeinen Weg über ſeine Vaterſtadt Gießen. Als geborener Gießener wurde Ahn 1907 die Ehre zuteil, bei der Taufe des neuen Ueberſee⸗Dampfers des Norddeutſchen LloydGießen die Taufrede zu halten. Gießen. ſah ihn zum letzten Mal bei der feierlichen Enthüllung eines Marmorreliefs A. W. von Hofmanns an deſſen Eltennhaus, hier hielt Will in ordenge ſchmückt Majorsuniform im April 1918 ſeinem geliebten Lehrer die Gedächtnisrede. Als der Weltkrieg begann, wurde Will als Hauptmann d. L. am 1. Mobilmachungstage ins Heer ein⸗ berufen. Nach 14 Tagen kam er an die Oſtfront. Bei den berühmten Kämpfen um Tannenberg war auch das 12. Erſatz bataillon beteiligt, dem Will angehörte; er zeichnete ſich dabei ſo aus, daß ihm Ende Auguſt 1914 die Führung des Bataillons anvertraut wurde. Die Verfolgung des weichenden Feindes führte ihn mit ſeinem Bataillon am 19. Sept. bei Schirwindt über die Grenze. Es ſchloſſen ſich heftige, z. T. verluſtreiche Kämpfe im Okt. und Nov. an, bei denen das Bataillon mehrere Male höchſte Anerkennung des Kommand. Generals erntete. Will ſelbſt ſ chreibt in einem Brieſe von den Tagen, die er an der Front mtmthle⸗daß es ihm ein unerſe zliches Glück ſei, hier mitgewirkt zu haben. Sein Frontdienſt fand am 23. Nov. 1914 ein Ende dadurch, oaß Will in das Kriegsminiſterium berufen wurde, um als Mitglied der Pulver⸗ und Sprengſtoff⸗ kommiſſion an den diesbezüglichen Beratungen im Kriegsmini⸗ ſterium und an den Sitzungen der Kriegs⸗Chemikalien⸗Geſell⸗ ſchaft teilzunehmen. Wie wenig hatte doch Deutſchland an Krieg gedacht, daß einer ſeinet erſten Sprengſtoff⸗Chemiker Monate lang an der Front ſtand! In der neuen Stellung, der er ſeine ganze Arbe itskraft widmete, leiſtete er Bedeutendes durch Be⸗ ſchaffung von Erſatzſtoffen und durch Sicherung der Munitions⸗ her lielſuug für die ungeübten Arbeiter und Arbeiterinnen. Ohne einen Tag der Erholung hat Will bis zum Ende des Krieges ausgehalten; aber der Krieg hatte doch ſehr an ſeinen Kräften gezehrt zumal der unglückliche Ausgang. Die Freude, ſeinen einzigen Sohn geſund aus dem Felde heimkehren zu ſehen und alsbald die Hochzeit ſeiner Liiczihen Iht r mit einem Sohn Huge Stinnes erleben zu dürfen, half ihm über die erſte ſchwere Zeit des Vaterlandes hinweg. Schon begann er ſein Inſtitut in Neubabel lsberg für die Friedensarbeit umzuſte llen, da ließen im Sommer 1919 ſeine Kräfte ſichtlich nach. Im Herbſt ſuchte er faſt widerwillig Erholung in Wildbad im Schwarzwald Den ohne Heilung Heimgekehrten ereilte am 30. Dez. 1919 der Tod. (Nach der Monographie von B. Lepſius und anderen Quellen.)