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Das Kloster seinen Gefallenen
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knhang.

Zum Schluß ſoll nöoch zweier Kloſterbrüder gedacht werden, die, wenn ſie auch nicht im großen Weltkrieg gefallen ſind, doch wohl in ihm und durch ihn den Keim zu dem Leiden empfangen haben, dem ſie dann bald darauf erlegen ſind, und deren Gedächtnis mit dem Anteil des Kloſters an dem großen Geſchehen der Jahre 19141918 ſo eng verknüpft iſt, daß ſie in dieſer Gedächtnisſchrift nicht fehlen dürfen: Dr. Wilhelm Will und Dr. Albrecht Thaer, zwei Männer, die auch in der Kloſtergeſchichte als Gründer und Zeit ihres Lebens treue Mitglieder und Förderer einen Ehrenplatz einnehmen.

1. Dr. Wilhelm Will

genanntWilli Will, wurde am 12. April 1854 in Gießen als Sohn des damaligen Profeſſors Heinrich Will, des Aſſi⸗ ſtenten, Mitarbeiters und ſpäteren Nachfolgers von Juſtus von Liebig, geboren. Eine herrliche Jugendzeit war ihm in Gießen beſchieden in der Stadt, die er die ſchönſte der Welt nannte. 1872 bezog er die Univerſität ſeiner Vaterſtadt, der er die ganzen Studentenzeit über treu blieb. Sein beſonderes Studium waren die Naturwiſſenſchaften in aller Vielſeitigkeit; ſein Vater war ſein Lehrer in der Chemie; außerdem hörte er Mathematik, Geſchichte und Philoſophie. Mit glänzend beſtan⸗ denem Staatsexamen,das ihm zugleich den Doktorhut ein⸗ trug, ſchloß im Herbſt 1876 ſein Univerſitätsſtudium ab. Schon beim Uebergang von der Schul⸗ zu der Studentenzeit hatte ſich Will mit einigen Freunden, zu demen ſein Vetter Adolph Winter, der Sohn desBlumen-Hoffmanns Karl, Georg Körner, Karl Eickemeyer, Heinrich Gerhard und Albrecht Thaer gehörten, zu einer kleinen Kneipgeſellſchaft zuſammengeſchloſſen, aus der das Kloſter entſtand. So wurde Will Mitbegründer des Kloſters, dem er bis zuletzt die Treue gehalten hat; der noch heute im Kloſter übliche Pfiff ſtammt von ihm. 1873/74 diente er ſein Jahr als Einjähriger beim 116. Inſanterieregiment. 1876 wurde er zum Leutnant, 1892 zum Hauptmann und während des Krieges zum Major d. L. befördert. Durch die engen Be⸗ ziehungen ſeines Vaters mit Profeſſor A. W. Hofmann kam Will 1876 als Aſſiſtent in das für die damalige Zeit groß⸗ artige Univerſitäts-Laboratorium Hofmanns in Berlin. Dort traf er mit ſeinem Freund G. Körner zuſammen, der bereits Aſſiſtent war. Als Hofmanns Vorleſungsaſſiſtent durfte er am 23. Januar 1879 bei einer Privatvorleſung, die ſein Meiſter