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Das Kloster seinen Gefallenen
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wegen ſeines Fußübels einer Operation unterziehen, die eine

mehrmonatliche Lazarettbehandlung nötig machte. Wiederher⸗

geſtellt, nahm er nun im Juli 1917 an einem Offizie raspiranten⸗

kurſus in Beverloo in Belgien mit Erfolg teil. Er tat dann

Dienſt zunächſt beim Armee Fußartillerie⸗Kraftzug⸗Park Nr. 9

Mülhauſen im Elſaß, ſpäter auf badiſchem Boden bis zur N

Schweizer Grenze hin. Am 20. April 1918 wurde er zum

Leutnant der Reſ. befördert. Als ſolcher kam er im Juni 1918 als Führer des Kraftzugparks der 11. Batterie Reſ. Fußart. Regts. Nr. 18 an die Weſtfront. Hier wurde er bei einer Be ſchießung ſeines Lncels in der Nähe von Arcis-le⸗Ponſart (Marne) am 7. Juli durch einen Granatſplitter ſo ſchwer ver⸗ wundet, daß er, ohne ſeit ſeiner Verwundung das volle Be⸗

ußtſein wiedererlangt zu haben, in Verviers im Kriegslazarett am 7. Auguſt 1918, genau einen Monat ſpäter, ſtarb. Nach Ueberführung in die Heimat wurde er am 28. Okt. 1918 in Mainz beigeſetzt.

23. Karl Wiener. rec. 25. IV. 1914.

Karl Wiener war am 3. März 1896 als Sohn des da maligen Amts zrichters Karl Wiener, unſeres Kloſterbruders, ge⸗ boren. Seine Schulausbildung genoß er auf dem Gymnaſium zu Gießen, das er Oſtern 1914 nach abgelegter Reifeprüfung ver⸗ ließ, um ſich dem Studium der Rechtswiſſenſchaft zu widmen. Am 7. Auguſt 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger beim Erſatz⸗ Bat. des Inf.⸗Regts. 116 ein und kam mit dem erſten Mann⸗ ſchaftserſatz im Oktober zu dieſem Regiment ins Feld. Hier erhielt er die Feuertaufe in dem ſchweren und verluſtreichen Gefecht bei Le Quesnoi. Inzwiſchen zum Gefreiten und Unter⸗ offizier befördert, kam er im Auguſt zum Offiziersausbildungs⸗ kurſus in das Lockſtädter Lager. Am 6. Nov. 1915 erfolgte ſeine Beförderung zum Leutnant d. R. Als ſolcher wurde er dem Inf.⸗Regt. Nr. 140 rugohatl bei dem er während des weiteren Kriegsverlaufes blieb, ſeit März 1917 als Kompagnie⸗ führer. Das Regiment gehörte zur 4. Diviſion, die als ſoge nannte Sturmdiviſion ſtets an beſonders gefährlichen Stellen eingeſetzt wurde. So war Karl Wiener an den meiſten ſchweren Kampfhandlungen an der Weſtfront beteiligt und erwarb ſich bei der Erſtürmung der Höh e 304 bei Verdun das E. K. II und am 21. An pril 1917 bei der Sppen gung und Exroberung eines fran⸗ zöſiſchen Blockhauſes in der hüi he von Berry au bac das E. K. I. Die Verleihung erfolgte laut ſ fehl für ſein ſchneidiges Vorgehen am 21. 4. Karl Wiener ſchreibt ſelbſt in einem Briefe vom 25. April darüber:So ein orengung iſt eine tolle

Sache, man wird rein verrückt, wenn einem beim Vorgehen die dicken Erdklumpen ſo auf den Kopf regnen. Meinen rechten Arm haben mir die Schollen auch gehörig verklopft, ein paar