den Ailettegrund auf den Chemin des Dames teil. Während dieſer Offenſive erhielt er wegen der erfolgreichen Führung ſeiner Batterie das E. K. I, während 18 Leute ſeiner Batterie mit dem E. K. II ausgezeichnet wurden. Später nahm das Regiment an dem Vorſtoß über die Marne teil und an den heftigen Kämpfen ſüdlich dieſes Fluſſes. Inzwiſchen hatte die Gegenoffenſive des Gegners eingeſetzt, die ſiegreichen deutſchen Heere mußten weichen. Auf dem Rückzuge fiel Carl Schliephake in der Gegend von Fere en Tardendis in der Batterieſtellung durch einen Granatſplitter im Rücken getroffen am 25. Juli 1918. Er wurde in der Nähe der Stellung begraben; ſein Grab blieb dann in Feindeshand. Sein Regimentskommandeur ſagt von ihm in dem ihm gewidmeten Nachruf:„Das Regiment verliert in ihm einen hervorragend tüchtigen Offizier. Seine perſönliche Friſche und Freudigkeit übertrug er auch auf ſeine Umgebung. Er bewährte ſich gleich hervorragend als Adjutant und Batterieführer und war ein allgemein beliebter Kamerad.“ Carl Schliephake war ein Menſch, der nie viel Aufhebens von ſich gemacht hat, ſondern ſeine Pflicht ſtill und vollauf ge⸗ tan hat.
22. Wilhelm Uſinger. rec. 5. V. 1914.
Wilhelm Adolf Uſinger war als Sohn des damaligen Re⸗ gierungsaſſeſſors Dr. Carl Uſinger am 13. Januar 1892 in Mainz geboren. Nach dem Beſuch der Gymnaſien in Darmſtadt, Laubach und Gießen beſtand er im Auguſt 1912 die Reife⸗ prüfung. Von Oktober 1912 bis März 1913 genügte er ſeiner Militärpflicht bei dem Inf.⸗Regt. Nr. 116„Kaiſer Wilhelm“ in Gießen; im März 1913 mußte er wegen eines Fußleidens entlaſſen werden. Einer frühen Neigung folgend, wählte er das Studium des Maſchinenbaus und der Elektrotechnik und arbeitete zunächſt im Sommer 1913 praktiſch. Zweifel, ob der gewählte Beruf der rechte für ihn ſei, ließen ihn aber im Oktober in Gießen das Studium der Medizin ergreifen. Aber bald brach die Liebe zur Elektrotechnik wieder hervor; er ging deshalb im April 1914 auf die techniſche Hochſchule nach Darmſtadt. Nach Ausbruch des Krieges kam er nach kurzer Ausbildung ins Feld nach dem Weſten als Kraftfahrer zum Telegraphenamt beim Großen Hauptquartier. Im Juli 1915 wurde er nach dem Oſten zur Kolonne 1 der Etappen Sanitäts-⸗Kraftwagen⸗Abtei lung der 9. Armee verſetzt. Tauſende von Kilometern hat er hier unter oft ſchwierigen Verhältniſſen und während gefähr⸗ licher Nachtfahrten zurückgelegt. Im März 1916 wurde er zum Offizier⸗Ausbildungskurſus in die Heimat kommandiert. Aber ſein altes Fußübel verhinderte die Beendigung des Kurſus. Er kam als Kraftradfahrer wieder nach dem Oſten zur 8. Armee mit dem Standort Libau. Im Februar 1917 mußte er ſich


