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durch M. G. Schuß am rechten Unterſchenkel ſchwer verwundet, Nach Behandlung in verſchiedenen Lazaretten kam er ſchließlich in das Vereinslazarett Eliſabethenſtift nach Darmſtadt. Hier trat eine Blutvergiftung ein, der man anfangs keine Bedeutung
beimaß vein Zuſtand verſchlimmerte ſich aber, und nach ſchwerem Leiden entſchlief er in der Nacht vom 29. Juli. Er hat Deutſchlands Schmach nicht mehr erleben brauchem,.
21. Carl Schliephake. rec. 2. V. 1912
Carl Schliephake, Sohn unſeres Kloſterbruders des Mini ſterialrates Carl Schliephake, war am 2. Juli 1893 in Darm⸗ ſtabt geboren, Er beſuchte zunächſt das alte Gymnaſium zu Darmſtadt, ſpäter dann nach Verſetzung ſeines Vaters als Kreis rat nach Erbach i. O. die Realſchule zu Michelſtadt; vom Frühjahr 1909 bis Oſtern 1912 bis zum Beſtehen der Reife prüſung das Realgymnaſium zu Darmſtadt. Nach anfänglichem kurzen Studium der Medizin wandte er ſich in Gießen, Berlin und Heidelberg dem Studium der Rechte zu. Beim Ausbruch des Weltkrieges trat er bei dem Feldart.⸗Regt. Nr. 61 in Darm ſtadt als Kriegsfreiwilliger ein. Oktober 1914 zum Gefreiten befördert, kam er zum Feldart⸗Regt. Nr. 104 ins Feld nach dem Weſten; hier nahm er an den Stellungskämpfen an der Ancre teil, Januar 1916 zum Leutnant d. R. befördert, machte er die Ende Juni 1916 beginnende Ancreſchlacht mit. Am 13. Sept. 1916 wurde er zu dem in Karlsruhe neu formierten Feldart⸗Regt. 283 verſetzt und rückte mit ihm Anfang Oktober wieder nach dem Weſten aus. Hier war das Regiment an den verſchiedenſten Stellen eingeſetzt. Carl Schliephake wurde im März 1917 zur Teilnahme an einem Batterieführerkurſus in Bigny-l’'Abbaye abhommandiert. Nach ſchweren Tagen in der Champagneſchlacht wurde er Juni 1917 Abjutant der 1. Abt. ſeines Regiments, Nachdem das Regiment dann an verſchiedenen tellen hinter der Front ausgebildet worden war, beſonders auch als Nahkampftruppe, wurde es im Frühjahr 1918 zur Teilnahme an der großen Weſtoffenſive in Richtung auf Noyon eingeſetzt; dabei verlor er auch ſein Pferd durch einen Bauch ſchuß. Vor Noyon wurde er wegen der vielen Verluſte der 2. Abt als Batterieführer der 5. Baktr. in dieſe verſetzt. 2 Geſchütze mit Protzen, Bedienung und Pferden ſeiner neuen Batterie waren nebſt allen Offizieren bei dem Vorgehen über Noyon hinaus gegen den Mt. Renault auf dem Platze geblieben. Unter den größten Gefahren und Schwierigkeiten holte er durch das bren⸗ nende, mit ſchwerem Feuer belegte und ſtark vergaſte Noyon vordringend die moch brauchbaren Geſchütze zurück und rettete ſo die Ehre der ihm nunmehr anvertrauten Batterie. Am b. April wurde er bei einer Baumbeobachtung leicht verwundet. Am 26. Mai nahm das Regiment an der neuen Offenſive durch


