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Das Kloster seinen Gefallenen
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Stellung und 2 Niederlaſſung in Gießen. Von dort ſiedelte er nach Berlin über. Seine wiſſenſchaftlichen Arbeiten bewegten ſich hauptſächlich auf dem Gebiete der Chirurgie und haben Anerkennung und Beachtung in Fachkreiſen gefunden.

Bei Beginn des Krieges ſtellte ſich R. von Hippel er war ſeit 1899 verheiratet freiwillig wieder zum Heeresdie nſt. Als Stabsarzt war er anfangs Chefarzt einer Reſ.⸗Sanitäts⸗ kompagni in Flandern, dann in Galizien. Im Mai 1915 wurde er Oberſtabsarzt und ein halbes Jahr ſpäter Chefarzt eines Feldlazaretts. In Flandern, Polen, Ser bien, am Narocz⸗See, am Stochod und in den Karpathen fand er viel Arbeit und war mit ganzer Seele Soldat und den Verwundeten ein Helfer

Den letzten Urlaub verbrachte er mit ſeiner Familie in Th lirin⸗ gen, begeiſtert von der Frühlingsſchönheit Deutſchlands, felſen ſeſt überzeugt vom endlichen Siege des Vaterlandes. Im Au zaußt 1917 zog er ſich in Nowo Ailerun ef bei einer Operation, die dem betreffenden Feldwebel das Leben rettete, eine Infektion zu, die zu einer ſchweren Sepſis führte. Faſt 7 Monate mußte er unerhörte Qualen ertragen, bis ihn der Tod am 7. März 1918 in ſeiner Vaterſtadt Königsberg erlöſte. Er hatte in einem Lazarett in Wilna Felegen mit letzter Energie noch ſeinen heißen Wunſch erfüllt geſehen, daß er in die deutſche Heimat überführt wurde, um dort zu ſterben. Auf dem alten Militärfriedhof in Königsberg iſt er begraben.

19. Erich Lahr.

rec. 10. XI. 1906.

Erich Lahr war am 6. Auguſt 1886 zu Zwingenberg an der Bergſtraße als Sohn des Amtsgerichtsdirektors Geh. Ju ſtizrats Dr. Lahr geboren. Er beſuchte das Ludwig⸗Georgs Gymnaſium in Darmſtadt und beſtand dort Oſtern 1905 die Reifeprüfung. Das Studium der Rechtswiſſenſchaft führte ihn dann an die Univerſitäten Lauſanne, München und Gieſion⸗ Hier brach er ſein Studium ab, um als Beamter der Mitteldeutſchen Kreditbank in Berlin einzutreten. In dieſer Stellung blieb er bis zum Ausbruch des Krieges. Als Kriegsfreiwilliger zunächſt nicht angenommen, meldete er ſich ſofort beim Roten Kreuz und wurde nach kurzer Ausbildungszeit mit einer Sanitäts kolonne nach Flandern geſandt. Entſprechend ſeinem Wunſche, dem Vaterlande auch mit der Waffe zu dienen, meldete ſich Erich Lahr im Juli 1915 von neuem zum Heeresdienſt und wurde beim Inf.⸗Regt. Nr. 117 angenommen. Nach der Ausbildung rückte er im Juli 1916 als Vizefeldwebel und Offizier⸗Aspirant ins Feld nach Galizien. Dort wurde er dem Reſ.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 223(48. Reſ.⸗Diviſion) zugeteilt. Nach den Kämpfen an der Strypa und Zlota Lypa wurde er im November 1916 zum Leut nant befördert. Als ſolcher führte er die 8. Kompagnie ſeines Regiments. Während ſeines erſten Urlaubs kam ſeine Diviſion