ging er nach Berlin an das Seminar für Negerſprachen; 1911 trat er dann in den Reichskolonialdienſt und reiſte am 5. Jan. 1911 zum erſten Male nach Deutſch⸗Oſtafrika aus. Dort war er im Forſtfach als Kolonialbeamter angeſtellt. Als engliſche Tücke den europäiſchen Krieg auch in die Kolonien nach Afrika trug, da trat er als Leutnant der Reſ. in die Schutztruppe für Deutſch⸗Oſtafrika über. Als ſolcher hat er den mit ſo unge wöhnlichen Schneid geführten Feldzug unter Lettow⸗Vorbeck mit⸗ gemacht und ſich dabei als Offizier der zweiten Batterie(Ge⸗ birgsbatterie) ſehr ausgezeichnet. Gewöhnlich wurden die bei den Geſchütze, aus denen die Batterie beſtand, einzeln verwendet, ſodaß Haberkorn meiſt ſelbſtändig handelte. Beſonders in den Geſechten bei Narungombe und Mihambia und den Rückzugs gefechten an der Kilwafront nahm das Geſchütz Haberkorn ruhm vollen Anteil. Am 6. Oktober wurde leider ſein Geſchütz durch⸗ Rohrkrepierer in tauſend Stücke zerſprengt, Haberkorn wurde dabei leicht verletzt. Am 15. November fiel er bei Chiwata, Bezirk Lindi, als Führer einer Kompagnie. Er hat mit dazu⸗ beitragen können, daß Lettow⸗Vorbeck und der Reſt ſeiner hel⸗ denhaften Kameraden unbeſiegt, mit dem Lorbeer unvergäng licher Taten geſchmückt, heimkehren konnten. Wer Haberkorn gekannt hat, der weiß, daß er für die ſchwierigſten Lagen der rechte Mann geweſen iſt. Große Arbeitskraft und Zielbewußt⸗ ſein zeichneten ihn aus, ein weites Feld der Tätigkeit mußte er vor ſich haben, deshalb trieb es ihn auch hinaus in die Kolonie, da war Neuland, nach dem ſein Tätigkeitsdrang verlangte. Das Schickſal hat ihn ebenſo wie ſeine beiden treuſten Kloſter freunde Curſchmann und Kern ein Opfer des Krieges werden laſſen.
18. Dr. Richard von Hippel. rec. 28. IV. 1882.
Richard von Hippel war am 12. Juni 1869 zu Königsberg i. Pr. geboren worden. Seine Schulbildung erhielt er auf dem Gymnaſium in Gießen, das er Oſtern 1887 mit dem Reifezeugnis verließ. In Heidelberg beſtand er, nachdem er die Univerſitäten Gießen, Tübingen, Königsberg und Halle beſucht hatte, im Winter 1893/94 die Staats⸗ und Doktorprüfung mit der Note „ſehr gut“. Darauf war er 5 Jahre lang Aſſiſtent an den chirurgiſchen Kliniken in Gießen, Straßburg und Berlin; hier 3 ½ Jahre bei Exz. von Bergmann. Nach vorübergehender ſpezialärztlicher Tätigkeit trat R. v. Hippel ins aktive Sanitäts offizierkorps über und war 3 Jahre als Stabsarzt, ſpäter als Inhaber einer chirurgiſchen Privatklinik in Kaſſel tätig. Im Frühjahr 1907 folgte er einer Berufung als leitender Arzt der Kaiſerswerther Diakoniſſenanſtalten. Unbefriedigende Be⸗ ruſsſtellung und Unmöglichkeit einer ſorgfältigen Kindererzie⸗ hung veranlaßten November 1908 ſein Ausſcheiden aus dieſer


