konnte er bei ſeinem Regiment eintreten und ZHurde dort ſofort Ofſizierſtellvertreter. Als ſolcher kam er Anfang Oktober ins Feld nach dem Weſten in die Gegend von Roye. Im Dezember 1914 wurde er zum Leutnant befördert. Im November 1915 kam ſein Regiment in die Gegend von Arras. Weihnachten 1915 wurde er Kompagnieführer der 5. Kompagnie. Januar 1916 kam er in die Gegend von Verdun, ſein Bataillon gehörte zum Sturmtrupp. Am 23. Februar fiel er dort beim Sturm auf Beaumont; ein Bauch⸗ und Kopfſchuß hatte ſeinem vielver⸗ ſprechenden jungen Lebens ſchnell ein Ziel geſetzt. Er war zu⸗ nächſt bei Beaumont beerdigt, von dort holte ihn nach drei Wochen ſein Feldwebel und brachte ihn auf den Friedhof nach Chaumont bei Damvillers. Im Februar 1917 wurde er nach der Heimat überführt und dort beigeſetzt.
12. Ludwig Gerhard. rec. 29. IV. 1913(Kloſterälteſter W. S. 13/14).
Ludwig Gerhard wurde als Sohn des Gymnaſiallehrers Dr. Heinrich Gerhard, unſeres l. Kloſterbruders, am 27. Dezbr. 1892 in Darmſtadt geboren. Schon 1893 übernahm ſein Vater die Leitung der Realſchule in Michelſtadt, die dann auch Ludwig, als er herangewachſen war, abſolvierte. Daran ſchloß ſich der Beſuch der beiden Primen des Realgymnaſiums in Darmſtadt. Oſtern 1910 beſtand er die Reifeprüfung. Ludwig ging zuerſt nach Freiburg i. B., dann nach Gießen, um Nationalökonomie und die Rechte zu ſtudieren. Zu Anfang des Jahres 1915 ge⸗ lang es ihm, als Kriegsfreiwilliger beim Inf.⸗Regt. 116(„Kaiſer Wilhelm“) angenommen zu werden. Nach einem Vorbereitungs⸗ kurſus für Reſ.⸗Offz. in Döberitz erreichte er die Qualifikation und die Beförderung zum Vizefeldwebel. Am 6. Dezember 1915 rückte er ins Feld zum aktiven Regiment Nr. 116. Auch er machte wie ſein vorgenannter Kloſterbruder Schweisgut den Sturm auf Beaumont vor Verdun am 24. Februar 1916 mit. Am nächſten Tag beim Sturm auf Louvemont wurde er am linken Unterarm verwundet. Nach ſeiner Geneſung rückte er am 6. Juni zum zweitenmal ins Feld. Dieſes Mal fand er ſein Regiment in Stellung bei Cerny an der Aisne. Von dort ging es im September an die Somme, wo das Regiment am 13. d. M. bei Bouchavesnes in den Kampf eingriff. Hier erwarb ſich Ludwig Gerhard gleich in den erſten Tagen als Zugführer das E. K. II. Er ſollte es aber nicht mehr tragen, ſchon am 20. September fiel er bei einem Sturm auf die franzöſiſche Stellung bei Bouchavesnes, nachdem er kurz vor dem Sturm beim Einſehen des Gefechtsfeldes durch Granatſplitter im Ge⸗ ſicht und an den Händen verwundet worden war, ſich aber von ſeinen Kameraden nicht vom Sturm zurückhalten, ja nicht einmal richtig verbinden ließ. In der dem Kampftage folgenden Nacht wurde ſeine Leiche von den Franzoſen, vor deren Graben


