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10. Dr. Willi Thaer. rec. 28. XI. 1905.
Willi Thaer wurd als dritter Sohn unſeres Kloſterbruders Albrecht Thaer Iham 24. September 1886 in Berlin geboren. Nach dem Beſuch der Oberrealſchule in Halle a. S. und Ham⸗ burg beſtand er Oſtern 1905 die Reifeprüfung. Er ſtudierte zunächſt in Gießen, dann in Göttingen und Breslau Land⸗ wirtſchaft. Eine kleine wiſſenſchaftliche Arbeit veröffentlichte er ſchon in Breslau; er kam dann als Aſſiſtent an das land⸗ wirtſchaftliche Inſtitut nach Göttingen, promovierte dort 1911 und beſtand ſein Staatsexamen. Vom Herbſt 1911 an diente er ſein Jahr beim Pionier⸗Bataillon Nr. 11 in Münden. Später ſtudierte er noch einige Monate am Kolonialinſtitut in Ham⸗ burg, um dann beim Kaliſyndikat in Berlin einzutreten. Als deſſen Vertreter ging er Anfang 1914 nach Chile. Nach Aus⸗ bruch des Krieges gelang es ihm, über Panama⸗ Newyork⸗ Chriſtiania nach Deutſchland zurückzukommen. Er trat als Vize⸗ feldwebel beim Pionier⸗Bataillon Nr. 11 ein und kam Anfang 1915 als Leutnant ins Feld an die Bzura⸗Front, vor Warſchau zur 2. Reſ.⸗Komp. Pion.⸗Batl. 11. Mit dieſer kam er im Früh⸗ jahr zum Beskidenkorps in die Karpathen. Dann wurde die Truppe gegen Serbien eingeſetzt. Bei einem mißlungenen Donauübergang blieb er unverletzt, wurde aber kurz darnach bei Semendria leicht verwundet. Noch unvollſtändig geheilt, ging er im Januar 1916 wieder hinaus zu ſeiner inzwiſchen in die Argonnen verlegten Kompagnie. Hier wurde er am 18. Februar 1916 beim Abſtecken eines Grabens zwiſchen Binar⸗ ville und la Harazee von einem Minenſplitter getroffen und ſtarb zwei Tage ſpäter an den Folgen der Verwundung, als zweites ſchweres Opfer der Familie Thaer, von der nun noch der Vater und der älteſte Sohn im Felde ſtanden.
11. Ludwig Schweisgut. vec. 31. X. 1909.
Ludwig Schweisgut wurde am 7. Juni 1889 zu Fürth i. O. geboren. Nach Abſolvierung des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums zu Darmſtadt beſtand er dort Oſtern 1907 die Reifeprüfung. Von April 1907 diente er ſein Jahr beim Leibgarde⸗Inf.⸗Regt. Nr. 115 in Darmſtadt ab. Dann ſtudierte er von 1908—1911 die Rechte in München, Kiel und Gießen, wo er 1911 ſein Reſerendarexamen beſtand. Als Referendar trat er dann ſeinen Vorbereitungsdienſt am Amtsgericht in Darmſtadt an. Hier war er bei Ausbruch des Krieges bei dem Rechtsanwalt Juſtizrat Bender beſchäftigt. Nach einigen Wochen läſtigen Wartens— er hatte keinen Geſtellungsbefehl, ſondern nur eine Paßnotiz—


