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Das Kloster seinen Gefallenen
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6. Dr. Fritz Thaer. rec. 4. XI. 05.

Fritz Thaer wurde als vierter Sohn unſeres Kloſterbruders Albrecht Thaer I am 5. November 1887 in Berlin geboren. Nach dem Beſuch der Oberrealſchule in Halle a. S. und Ham- burg ſtudierte er Mathematik und war in Gießen ein ſehr eifriges Mitglied des Kloſters. 1911 promovierte er und machte das Staatsexamen, um darnach an der Oberrealſchule auf der Uhlenhorſt in Hamburg den Vorbereitungsdienſt anzutreten. Im Jahre 1912 erkrankte er ſchwer, konnte aber nach ſorgſamer Pflege nach einem halben Jahr die Arbeit wieder aufnehmen. Die letzte Zeit vor dem Kriege war er wiſſenſchaftlicher Hilfs⸗ lehrer an der Oberrealſchule zu Eimsbüttel in Hamburg; dort wurde er auch, während er im Felde ſtand, als Oberlehrer angeſtellt. Bei Kriegsausbruch ſuchte er vergeblich bei Tele⸗ graphentruppen, wo er ſeine phyſikaliſchen Kenntniſſe hätte ver⸗ werten können, anzukommen. Deshalb trat er bei der Infanterie ein und kam im November 1914 zum Landwehr⸗Inf.⸗Regt. 31 an die Angerappfront. Im Februar 1915 wurde er zum Gefreiten befördert. Nach kurzem Vormarſch während der Winterſchlacht in Maſuren wurde ſein Regiment an der oſt preußiſchen Südgrenze neu eingeſetzt. Dort fiel er am 17. Februar 1915 bei einem nächtlichen Patrouillengefecht zwiſchen Kolno und Stawiski.

7. Fritz Flöring. rec. 23. V. 14.

Fritz Flöring wurde am 21. Auguſt 1893 in Friedberg i. H. als Sohn des damaligen Profeſſors am Predigerſeminar ge⸗ boren. 1901 kam er auf das Ludwig-Georgs⸗Gymnaſium in Darmſtadt. Herbſt 1911 bezog er als ſtud. iur. die Uni⸗ verſität Leipzig; Oſtern 1914 kam er nach Gießen. Nur ein Semeſter konnte er ſich im Kloſter ſeiner Jugend freuen, da rief auch ihn der Krieg. Am 14. Auguſt 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger bei der Infanterie ein und rückte mit dem Reſ.⸗Inf.⸗Regt. 221 am 11. Oktober 1914 ins Feld, zunächſt in die Gegend von Lille. Dann machte er die Kämpfe im Oſten um Lodz mit. Infolge einer Fußeiterung kam er Weichnachten 1914 ins Lazarett nach Bernburg, dann nach Darmſtadt. Am 16. März rückte er zum zweiten Male ins Feld und kam zum Reſ.⸗Inf.⸗Regt. 254 nach Nordpolen in die Gegend von Prasnyz, dann nach Suwalki, Sejny, Krasnovol. Hier erhielt er am 29. März 1915 einen Kopfſchuß, an dem er am 7. April 1915 im Lazarett zu Königsberg geſtorben iſt.