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Das Kloster seinen Gefallenen
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Sie ſterben aber uns erhebt Das Wort: Wer ſo ſtirbt, lebt.

1. Dr. Ludwig Max Becker. rec. 31. I. 03.

Ludwig Max Becker wurde am 15. Dezember 1882 zu Friedberg in Heſſen als Sohn des praktiſchen Arztes Dr. K. Becker geboren. Er beſuchte das humaniſtiſche Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, das er Oſtern 1901 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Das Studium der Rechtswiſſenſchaft führte ihn nach Genf, Berlin, München und im Herbſt 1902 nach Gießen. Hier wurde er wie ſein Bruder Georg im Kloͤſter aktiv, bei dem auch ſein älteſter Bruder Wilhelm als Gaſt verkehrte. Im Frühjahr 1904 beſtand er ſein Referendarexamen. Als Refe⸗ rendar erhielt er ſeine Ausbildung in Friedberg und Darmſtadt, wo er im Herbſt 1907 ſein Aſſeſſorexamen machte. Nach einer längeren Reiſe durch Frankreich kehrte er nach Friedberg zurück, wo er zunächſt als Regierungsaſſeſſor am Kreisamt und zu⸗ gleich als Hilfsarbeiter an der Handelskammer beſchäftigt war. Im Herbſt 1908 trat er in das J.⸗R. 116Kaiſer Wilhelm ein, um ſeiner militäriſchen Dienſtpflicht zu genügen. Nach Beendigung des Dienſtjahres promovierte er im Herbſt 1909 auf Grund einer wiſſenſchaftlichen Unterſuchung über die Heim⸗ arbeit im weſtlichen Vogelsberg bei der rechts⸗ und ſtaats⸗ wiſſenſchaftlichen Fakultät in Würzburg zum Dr. iur. Ende des Jahres 1909 verließ er den Staatsdienſt, um bei der Japan⸗Export⸗Firma Itties u. Co. in Hamburg einzutreten. Vor Beginn des Krieges war er Prokuriſt dieſer Firma. Bei Kriegsausbruch kehrte er in die Heimat zurück, um von dort mit ſeinem Regiment auszuziehen. Begeiſtert und durch ſeine frohgemute Stimmung andere begeiſternd nahm er noch an dem Gottesdienſte und dem akademiſchen Umzug teil, mit dem die alma mater ihre Söhne ins Feld entließ. In dem erſten Gefecht des Regiments in den Kämpfen um Neufchateau am 22. Auguſt 1914 wurde er bei Anloy ſchwer verwundet. Erſt am andern Tage fand man ihn auf der Walſtatt und brachte ihn in ein Bauernhaus. Dort iſt er am 25. Auguſt geſtorben. Mit ſo vielen Kameraden, die bei Anloy gefallen ſind, iſt er dahingegangen in den Tagen höchſter nationaler Begeiſterung und Einigkeit.

2. Walther Falkenhagen. rec. 18. XI. 05(S. S. 06 Kloſterälteſter).

Walther Karl Falkenhagen wurde am 5. Februar 1886 in Bingerbrück als Sohn unſeres Kloſterbruders Profeſſor Falken⸗ hagen geboren. Er beſuchte zunächſt die Realſchule in Michel ſtedt i. O., ſodann das Ludwig-Georgs⸗Gymnaſium in Darm⸗ ſtadt, wo er Oſtern 1904 ſein Maturitätsexamen beſtand. Dann