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Das Kloster seinen Gefallenen
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widmete er ſich dem Studium der Rechtswiſſenſchaften in Hei delberg, Berlin und Gießen. Sein Referendarexamen beſtand er 1909, um dann vom Herbſt 19091910 ſeiner einjährigen Dienſtpflicht in Darmſtadt beim Leibgarde⸗Inf.⸗Regt. Nr. 115 zu genügen. Nach dem i. J. 1913 beſtandenen Aſſeſſorexamen trat er als Juriſt bei der Süddeutſchen Eiſenbahn⸗Geſellſchaft ein. Der Ausbruch des Krieges rief ihn als Reſerveoffizier ſeines Regiments in das Landwehr⸗Regt. Nr. 116. Als Kompagnie⸗ offizier der 1. Kompagnie dieſes Regiments fiel er am 8. Sep⸗ tember 1914 bei Vitry⸗le Francois. Wer ihn gekannt hat, dem wird ſeine friſche, fröhliche Art unvergeßlich bleiben.

3. Fritz Schiele. rec. 25. III. 88.

Wilhelm Friedrich Karl Anton Schiele wurde am 10. Auguſt 1870 in Hirzenhain in Oberheſſen geboren als Sohn des Inge nieurs Friedrich Schiele und ſeiner Ehefrau Amalie, geborenen Buderus. Nach dem Beſuch der Gymnaſien in Gießen und Büdingen diente er als Einjähriger beim Inf.⸗Regt. Kaiſer Wilhelm Nr. 116 in Gießen. Dann ſtudierte er Chemie in Gießen, Karlsruhe und Leipzig und war Aſſiſtent bei Oſtwald in Leipzig und bei Bunte in Karlsruhe. Die erſte praktiſche Tätigkeit übte Fritz Schiele auf dem Schlacken⸗Cement⸗Werk der Buderusſchen Eiſenwerke Lollar aus und hat ſich dort bei der Einrichtung rotierender Oefen für die Herſtellung von Cement verdient gemacht. Später war er vorübergehend Teil⸗ haber einer Porzellanfabrik in Orlamünde und Inhaber einer Lackfabrik in Friedrichshagen bei Berlin. Ferner war er zwei⸗ mal Mitarbeiter des Kgl. Materialprüfungsamtes Berlin⸗-Lich⸗ terfelde. Langjährige Verbindungen mit der Holzverkohlungs⸗ Induſtrie A.⸗G., Konſtanz, einer Tochter⸗Geſellſchaft der Frank⸗ furter Gold und Silberſcheideanſtalt, führten ihn nach Teslic in Bosnien, auf ein Werk der vorgenannten Aktien-Geſellſchaft. In dieſer Vertrauensſtellung hat er als Direktor ſegensreich gewirkt. Die dortigen für ſeine Familie erſchwerten Lebens⸗ bedingungen zwangen ihn aber ſchließlich zur Aufgabe der Stel⸗ lung. Nach ſeiner Rückkehr aus Bosnien iſt Fritz Schiele mit der Anwartſchaft auf den Poſten eines techniſchen Dixektors bei der Direktion der Stettiner Portland⸗Cementfabrik einge⸗ treten.

Der Weltkrieg riß ihn aus ſeiner Tätigkeit heraus. Nach⸗ dem er Tilſit mit hatte entſetzen helfen und für ſein braves Verhalten als einer der Erſten zum E. K. eingegeben war, fiel er am 6. Oktober 1914 bei dem Sturm auf Schirwindt als Kompagnieführer des Landwehr⸗Infanterie⸗Regiments Nr. 48 (Küſtrin). Die ZeitſchriftCement, das Organ des Vereins Deutſcher Portland⸗Cement⸗Fabriken, ſagt von ihm in dem ihm gewidmeten Nachruf:Das gerade, offene Weſen des Verſtor