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Der akademische Forstgarten bei Gießen als Demonstrations- und Versuchsfeld/ von Dr. Richard Heß, o. ö. Professor der Forstwissenschaft an der Großh. Hess. Ludwigsuniversität und Director des akademischen Forstinsituts
Entstehung
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Von dieſer Fläche kommen:

ha- 0/% 1. auf den dem akademiſchen Forſtinſtitute unterſtellten Anteil........ 5,7282. 85,4 2. auf den der forſtlichen Verſuchsanſtalt unter⸗ ſtellten Anteil 0,9784... 14,6

Sa. ut spra: 6,7066 ha. 100.

Der Garten iſt durch Schneißen in 5 Diſtrikte geteilt, von welchen I bis IV dem Forſtinſtitute, V der Verſuchsanſtalt zuſtehen, und beſteht aus 59 Abteilungen. In einigen Abteilungen ſind Unterabteilungen ausgeſchieden worden.

Die Karte über den dem akademiſchen Forſtinſtitute zuſtehenden Teil des Gartens iſt im Maßſtabe von 1: 1500 gezeichnet und in einer angemeſſenen Anzahl von Exemplaren ¹) lithographiert worden.

3. Standortsverhältniſſe.

Der Boden gehört teils der Tertiärformation, ev. Quartärformation, teils(die nordöſtliche Ecke) dem Gebiete des Baſaltes an, iſt daher ſowohl in bezug auf chemiſche Kon⸗ ſtitution, als phyſikaliſche Eigenſchaften ſehr verſchieden. Zur näheren Information über die einzelnen Bodenſchichten wurden 1874 drei Einſchläge von ca. 1,25 m Tiefe hergeſtellt, deren Beſchreibung im nachſtehenden erfolgen ſoll:

1. Einſchlag in Diſtrikt IV, zwiſchen den Abteilungen 1 d und 9.

Die oberſte Schicht beſteht aus ſandigem Lehm; hierauf folgt ein nach unten immer lehmarmer werdender, grauer Sand. Die Tiefe dieſer beiden Schichten beträgt etwa 0,5 m. Die unterſte Schicht beſteht aus ungleichmäßigem, ſchwach lehmigem Sand, wohl nachtertiären lquartären) Urſprunges, da ſich hier, außer vielen Quarzbröckchen, auch Baſaltteilchen vorfinden.

2. Einſchlag zwiſchen den Diſtrikten J und II, auf der den Garten in der W. O.⸗Richtung durchziehenden Schneiße.

In faſt vertikaler oder wenigſtens ſehr unregelmäßiger Stellung finden ſich vor: ein gelbroter, ziemlich reiner(ſandfreier), ſehr eiſen⸗ ſchüſſiger Lehm(Letten), ferner ein graubrauner Sand und ein grauer, ſandarmer Lehm. Im ganzen herrſcht Lehm bei weitem vor. Urſprung tertiär. In der oberſten Schicht treten einzelne Baſaltſteine auf. Die Dammerde⸗Schicht beträgt etwa 1012 cm.

2) Die betreffende Karte kann durch den Aſſiſtenten des Forſtinſtitutes und den Gartenaufſeher zu dem Preiſe von 1 Mk. bezogen werden.