möge die Antwort auf dieſe Frage in ſeinem eigenen Buche über den Staat leſen:„Militäriſcher Deſpotismus iſt jetzt notgedrungener⸗ maßen eine vorübergehende Erſcheinung. Nur ſolche Monarchen, die geſchätzt werden, weil ſie ihren Antertanen zu dienen ſuchen, ſind längere Zeit ihres Thrones ſicher. Monarchien beſtehen nur durch die Zuſtimmung des Volkes“. ¹) Je mehr nun unſere Politik ſich in der Nichtung der Demokratiſierung bewegt, um ſo deutlicher tritt hervor, daß unſere Monarchie vom Volkswillen getragen wird. Aber daß dieſe Politik nicht auf fremden Druck hin verfolgt wird, kann nicht genug betont werden. Darum muß gegen den anmaßenden und ſelbſtgefälligen Schritt Wilſons, mag er auch in der Kberlieferung der Vereinigten Staaten eine teilweiſe Erklärung finden und mag er auch nicht als völkerrechtswidrig erſcheinen, Einſpruch erhoben werden, nicht nur im Namen unſeres Volkes, ſondern auch im Namen der Anabhängigkeit Europas, deſſen Staaten leider zumeiſt in finanzielle und politiſche Abhängigkeit von Amerika und Aſien geraten ſind.
1) Woodrow Wilſon, The State, London 1899, S. 586:„Military des- potism is now seen to be necessarily epherneral. Only monarchs who are revered as seeking to serve their subjects are any longer safe upon their thrones. Monarchies exist only by democratic consent“.
Hans Gmelin.


