Münzenbero)
Wilſons Einmiſchung in die inneren Angelegenheiten des Deutſchen Reiches.
⸗ plumpe Verſuch des Präſidenten Wilſon, das deutſche Volk von ſeiner Regierung zu trennen, löſte in allen Volksteilen ein berechtigtes Gefühl der Entrüſtung aus. In zahlloſen Kund⸗ gebungen und zuletzt in den mannhaften Erklärungen des Reichstags⸗ präſidenten und des bayriſchen Miniſterpräſidenten wurde zum Aus⸗ druck gebracht, daß die Neuordnung der inneren Verhältniſſe in Deutſch⸗ land unſere eigene Aufgabe darſtellt, in die ſich dritte Staaten nicht einzu⸗ mengen haben. Daß ein Volk, das das Bewußtſein in ſich trägt, einem ſelbſtändigen Staatsweſen anzugehören, ſich gegen ſolche Einmiſchung verwahrt, noch dazu, wenn ſie von einem feindlichen Staate ausgeht, iſt ſelbſtverſtändlich. Es ſcheint aber, daß den Kundgebungen gegen die Note Wilſons auch oft die Meinung zugrunde liegt, daß die Note einen völkerrechtswidrigen Schritt enthalte. Offenbar wird der völkerrechtliche Grundſatz, daß ein Staat ſich nicht in innere Ange⸗ legenheiten anderer Staaten einmiſchen ſoll, für ſo feſtſtehend gehal— ten, daß manche glauben, er gelte auch unter Staaten, die ſich mit⸗ einander im Kriegszuſtande befinden. In Wirklichkeit wird jener völkerrechtliche Grundſatz, ſoweit er überhaupt Geltung beſitzt, während eines Krieges aufgehoben. Es iſt auch nicht einzuſehen, warum ein
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