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iſt unſer Wille und unſere Zuverſicht— zum letzten Male gekämpft werden ſoll?
And nach dem Lobgeſang der Freiheit das Preislied der deut⸗ ſchen Treue. Aber wieviel zornmütiger als ſonſt klingt uns heute dieſe Strophe in den Ohren! Das ſtolze Wort:„Fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feſte Männerwort“— iſt es heute nicht auch der reine Hohn geworden? Nichts als Lug und Trug umgibt unſer Vaterland, ein Wall von Heuchelei und Verleumdung, und die Welt—? Sie iſt nicht vergangen. Die Erde trägt auf ihrem breiten fühlloſen Rücken Gutes und Schlechtes und bricht nicht zuſammen, nicht unter dem einen und nicht unter dem anderen, und die Weltgeſchichte geht hindurch, wie über Blut und Leichen, ſo durch Wortbruch und Lüge und Gemeinheit. Furchtbar fällt mit dieſen Gedanken der grauſame Ernſt dieſer Zeit auf unſere Seele. Aber mit dir, du treuer ſtarker Arndt, ſingen wir:„Es lebe alte deutſche Treue, es lebe deutſcher Glaube hoch“, und das Bild einer beſſeren Zeit ſteigt vor unſeren Augen empor. Ach, ſie liegt noch in weiter Ferne. Der nächſte Friede bringt ſie uns noch nicht. Denn aus den Saaten ſo blutigen Haſſes können nicht die goldenen Früchte höchſter Geſittung reifen. Aber ſie kommt vielleicht einmal— viel— leicht, wenn das deutſche Reich ſchon längſt wieder vergangen iſt—, denn Staaten ſind ſterblich, wie die Menſchen, aber der Geiſt iſt unſterblich; darum, wenn ſie einmal kommt, wie wäre es denkbar, daß nicht deutſcher Geiſt ihr Antlitz verklärte und deutſches Sittlich— keitsgefühl aus ihren klaren Augen ſtrahlte. Dieſer Glaube, den wir mit unſerem Arndt im tiefſten Herzen tragen, iſt das Glück dieſer Stunde, iſt„das Heil, das uns kein Teufel raubt“, und wenn der Teufel ſelbſt ein Engländer wäre!
„Ein Schmollis den Sängern!“ ruft der Rektor, und„Fiduzit!“ erſchallt es von allen Seiten.
Walter König.
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