Als junger Mann war v. Döbeln Offizier in franzöſiſchen Dienſten und focht mit Auszeichnung unter dem Grafen La Marck in Indien bei einem von dieſem angeworbenen deutſchen Infanterie⸗ regimente. Äber einen in Indien gefallenen Kameraden, der in der Schlacht bei Goudelour eine Stellung bis zum Außerſten verteidigt hatte, ſchreibt er:
„Seine vornehmſte Eigenſchaft war, daß er die wahre und vollkommene Tapferkeit beſaß; in ſeinem Dienſte nämlich war er im Stande, ohne Zeugen zu tun, was ein anderer nur vor den Augen der ganzen Welt getan haben würde.“
Mir ſcheint, daß es nicht möglich iſt, das Weſen der wahren Tapferkeit treffender zu bezeichnen.
Als Guſtav III. 1788 mit Rußland in Krieg geriet, ſtellte ſich Döbeln ſeinem Vaterlande zur Verfügung. In dem Gefechte bei Porroſalmi am 13. Juni 1789 wurde er durch eine Gewehrkugel zwiſchen den Augen verwundet und geriet in ruſſiſche Gefangenſchaft. Zwei Jahre ſpäter wurde in Stockholm die Wunde gründlich operiert und der Stirnknochen trepaniert; zwei Operationen waren erforder⸗ lich: die zweite, die 23 Minuten dauerte, verfolgte er mit der Uhr in der Hand und mit Hülfe eines Taſchenſpiegels. Seitdem trug er immer eine ſchwarze Binde um die Stirn, und ſpäter in dem Kriege von 1808— 1809 hieß es dann:„Ja, wenn die ſchwarze Binde dabei iſt, dann geht es ſchon“.
Den glänzendſten Beweis dafür, wie ſeine Perſönlichkeit im Stande war, den geſunkenen Mut ſeiner Soldaten zu heben und eine anſcheinend verzweifelte Lage zu retten, lieferte er am 13. Sep⸗ tember 1808 bei Juutas. Er war erkrankt und mußte fern von ſeiner Truppe das Bett hüten. Da trafen Nachrichten ein, daß ſeine Brigade ſchwer bedrängt war; wurde ſie geſchlagen, ſo war dem ganzen finniſchen Heere der Rückzug abgeſchnitten. Kummer und Sorge über die Lage der Dinge ließen ihm keine Ruhe. Noch fieberkrank machte er ſich auf und traf ſeine Brigade in dem traurig⸗ ſten Zuſtande, ganz ermattet, in Lumpen, barfuß, durch Entbehrungen und Anſtrengungen an Leib und Seele niedergedrückt und entmutigt. Als er erſchien, kehrte gleich die Zuverſicht wieder, die gelichteten Reihen ſchloſſen ſich, in unwiderſtehlichem Angriffe warf die Brigade den Gegner über den Haufen und machte dem Hauptheere die Bahn für den Rückzug frei. Das iſt der Tag von Junutas, Döbelns Tag: Runeberg hat ihn in unübertrefflicher Weiſe geſchildert.
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