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Liebe Kommilitonen!
San ernſter, ſchwerer Zeit ſendet die Juriſtiſche Fakultät Ihnen M ins Feld einen herzlichen Heimatgruß. Dankbar denken wir an Sie, die heute noch mit der Gewalt der Waffen unſer Recht, Leben und Ehre, Haus und Hof im Vaterland ſchützen, und an alle, die ſchon in ſo großer Schar Geſundheit, Blut und Leben für unſer Neich geopfert haben.
Wenn wir an die Zukunft denken, die wir Hochſchullehrer mit in erſter Linie vorbereiten ſollen, empfinden wir, daß der Krieg nicht nutzlos für unſere Entwicklung geweſen ſein darf. Wir müſſen uns beſinnen, was er für unſer Recht uns lehrt.
Nichts kann uns deutlicher die Wahrheit, Größe und Gewalt der Gemeinſchaft lehren, der erſten Grundlage des Rechts; wir erleben ſie ſtündlich in uns und mit andern. Nichts lehrt uns klarer die Bedeutung der Organiſation und der freigewollten Anter⸗ ordnung unter das Ganze, die uns unſere Stärke und überlegenheit ſichern. Wohl nie iſt die Bedeutung des einzelnen gegenüber der Allgemeinheit ſtärker hervorgetreten. Wir Deutſche fühlen auch im Herzen die Wahrheit des alten Satzes„Recht muß doch Recht bleiben“, des Gedankens, daß das Recht das Wahre iſt, daß in ihm unſere Kraft liegt. Wir dürfen hoffnungsfroh in die Zukunft ſchauen, in der wir gerade wegen der Gerechtigkeit unſerer Sache und unſerer Ehrlichkeit, die wir ſo oft Gutmütigkeit ſchelten, machtvoll daſtehen.
Dafür zu kämpfen, iſt wahrlich groß!
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